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Armut, Recht, Kriminalität
Armut und soziale Ungleichheit gehören zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen Europas. Gleichzeitig wird immer wieder die Frage gestellt, ob wirtschaftliche Not zwangsläufig zu einer Zunahme der Kriminalität führt. Die Antwort darauf ist komplex: Zwischen Armut, Arbeitslosigkeit und Delinquenz bestehen nach kriminologischen Erkenntnissen vielfältige Zusammenhänge, die einfache Erklärungen ebenso ausschließen wie pauschale Schuldzuweisungen. Der folgende Beitrag
Ernst Vitek
7 Min. Lesezeit


Alternativen zur Haft
Österreich sperrt im Verhältnis zur Bevölkerung deutlich mehr Menschen ein als etwa Deutschland oder die Schweiz. Gleichzeitig erschweren Überbelegung und Personalmangel in den Justizanstalten jene Resozialisierungsarbeit, die weitere Straftaten verhindern soll. Das Netzwerk Kriminalpolitik fordert deshalb einen Kurswechsel bei kurzen Freiheitsstrafen und legt dafür konkrete Gesetzesvorschläge vor. Die Zahlen beschreiben ein strukturelles Problem: Mit Stichtag 1. Juni 2026 um
fg
9 Min. Lesezeit


Strafunmündige Intensivtäter im Fokus
Ein umfangreiches Maßnahmenpaket soll Extremismus und Kriminalität bei Jugendlichen eindämmen. Die Jugendkriminalität gehöre zu den „Sorgenkindern“ seines Ressorts, betonte Innenminister Gerhard Karner bei einer Pressekonferenz am 20. August 2026. Generell werde die Kriminalität „immer jünger und digitaler“. Gemeinsam mit Jörg Leichtfried, Staatssekretär für Staatsschutz im BMI, der Leiterin der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst Sylvia Mayer und Dieter Csefan,...
Rosemarie Pexa
5 Min. Lesezeit


Sicherheit auf Sparkurs
Überstundenlimit, Ruhezeiten und DZM. Es vergeht kaum eine Woche ohne eine neue Hiobsbotschaft für die Polizisten in Österreich. An allen Ecken und Enden wird gespart. Außer bei einem U-Ausschuss, dessen Erkenntnisse auf ein Post-it passen! Man weiß gar nicht, wo man beginnen soll im Kabinett des Innenministeriums. Natürlich geht’s primär ums liebe Geld. Österreich hat in den letzten Jahren schlecht gewirtschaftet, die Schulden sind explodiert. Nun, seit ich mich erinnern kan
Herbert Windwarder
6 Min. Lesezeit


Macht gegen Recht
Der Internationale Strafgerichtshof soll die schwersten Verbrechen ahnden, doch seine Macht endet dort, wo Staaten seine Autorität nicht akzeptieren. Die jüngsten Angriffe aus Washington zeigen, wie schnell internationales Recht an seine Grenzen stößt, wenn es mit nationalen Machtinteressen kollidiert. Der „Internationale Strafgerichtshof“ (IStGH) nahm im Jahre 2002 seine Tätigkeit auf. 125 Staaten erkennen seine Rechtsprechung an. Nicht dazu gehören die USA, Russland, Ch
Alfred Ellinger
5 Min. Lesezeit


Cyberbetrug auf Achse
Ein neuartiger Fall von SMS-Betrug beschäftigte monatelang die Wiener Polizei und führte zu Ermittlungen gegen mutmaßlich international vernetzte Täter. Mithilfe technischer Analysen gelang es, einen mobilen SMS-Blaster aufzuspüren und dessen Betreiber festzunehmen. Für die erfolgreiche Ermittlungsarbeit wurde das Wiener Team bei einer internationalen Cybercrime-Konferenz in Straßburg ausgezeichnet. Die Wiener Polizei (Florian Finda) und die Staatsanwaltschaft Wien (Carmen Ka
Rosemarie Pexa
4 Min. Lesezeit


Geldwäsche wird digital
Kriminelle Finanzströme werden schneller, internationaler und technisch komplexer. Der Geldwäschebericht 2025 dokumentiert einen deutlichen Anstieg der Verdachtsmeldungen und zeigt, welche Bedeutung Kryptowährungen, Echtzeitüberweisungen und digitale Identitäten inzwischen haben. Die 10. Geldwäschetagung in Wien rückte deshalb die Zusammenarbeit von Behörden, Finanzwirtschaft und internationalen Partnern in den Mittelpunkt. Geldwäsche ist ein wesentliches Element organisierte
fg
6 Min. Lesezeit


„Wir sind Weltmeister in der Suchtverlagerung“
Von der Operation Spring bis zum Kokain-Boom – ein Streifzug durch vier Jahrzehnte Wiener Drogenszene mit Oberst Wolfgang Preiszler. Die Drogenszene hat sich im Bereich der Gumpendorfer Straße neu formiert. Wien, 27. Mai 1999, kurz vor Sonnenaufgang. In rund 60 bis 70 Wohnungen, Unterkünften und Flüchtlingsheimen quer durch Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark klopft es fast zeitgleich an die Türen. Rund 850 Polizistinnen und Polizisten sind im Einsatz –
Julia Brunhofer, Herbert Zwickl
5 Min. Lesezeit


Europäische Drogenlage
Der Europäische Drogenbericht 2026 macht deutlich: Die Anforderungen für Sicherheitsbehörden, Gesundheitswesen und Justiz werden komplexer – und die Grenze zwischen klassischer Drogenkriminalität und international organisierter Kriminalität verschwimmt zunehmend. Das Angebot auf dem europäischen Drogenmarkt ist enorm, illegale Drogen sind in Massen verfügbar. Der illegale Drogenhandel zählt seit Jahrzehnten zu den profitabelsten Geschäftsfeldern der organisierten Kriminalität
fg
9 Min. Lesezeit


„Die Ermittlungen werden deutlich komplexer“
Österreich ist sowohl Absatzmarkt als auch Transitland – Brigadier Daniel Lichtenegger, BA, MA, MA, MPS, Leiter des Büros 3.3 (Suchtmittelkriminalität) im Bundeskriminalamt zur Drogensituation in Österreich. Daniel Lichtenegger: „Soziale Medien sind heute ein wesentlicher Bestandteil der Vertriebs- und Rekrutierungsstrategien organisierter Tätergruppen.“ Kriminalpolizei: Der Europäische Drogenbericht 2026 beschreibt eine anhaltend hohe Verfügbarkeit nahezu aller illegalen Dro
Ferdinand Germadnik
7 Min. Lesezeit


Cannabis – Europas illegale Droge Nr. 1
Cannabis ist die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge Europas. Durchschnittlich liegen elf Jahre zwischen dem ersten Cannabiskonsum und dem Eintritt in eine therapeutische Maßnahme. Schätzungsweise 25 Millionen Europäerinnen und Europäer im Alter zwischen 15 und 64 Jahren konsumierten die Substanz innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Damit liegt die Jahresprävalenz*) bei 8,7 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Besonders verbreitet ist der Konsum bei jungen
fg
3 Min. Lesezeit


Europa als lukrativer Kokainabsatzmarkt
Kokain ist nach Cannabis die zweithäufigste konsumierte illegale Droge Europas. Im Jänner 2026 stellten spanische Behörden in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern 10 Tonnen in Salz verstecktes Kokain sicher. Der überwiegende Teil des Kokainschmuggels erfolgt über den Seeweg aus Südamerika. Große Mengen werden in Frachtcontainern transportiert und über europäische Häfen verteilt. Gerade dort zeigt sich die enge Verbindung zwischen Drogenhandel und organisierter Krimina
fg
2 Min. Lesezeit


Schaden minimieren
Während klassische Maßnahmen der Strafverfolgung weiterhin eine zentrale Rolle spielen, wird ein weiterer Ansatz immer wichtiger: die Schadensminimierung. Bei Überdosierungen kann Naloxon Leben retten: Die Polizei wird im Bedarfsfall mit diesem Notfallspray ausgestattet. Schadensminimierung umfasst politische Maßnahmen, Programme und Interventionen, die darauf abzielen, gesundheitliche, soziale, rechtliche und wirtschaftliche Folgen des Drogenkonsums zu reduzieren. Während si
fg
2 Min. Lesezeit


Korrekt oder korrupt?
Das BAK versteht sich als Bildungsinstitution in Sachen Korruptionsbekämpfung. Das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) besteht nun schon seit mehr als 16 Jahren – und teilweise prägt noch immer seine Vorläuferorganisation, das Büro für Interne Angelegenheiten (BIA), das Bild des Bundesamts. Dem Direktor des BAK Mag. Dr. Otto Kerbl, MA, ist es ein Anliegen, die verbreitete Vorstellung zu korrigieren, das BAK sei hauptsächlich für interne Ermittl
Rosemarie Pexa
3 Min. Lesezeit


Modellversuch Kriminalpraktikant
Zur personellen Verstärkung nimmt das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung Verwaltungspraktikanten auf. Otto Kerbl: „Es hat noch nie so einen schnellen und direkten Weg zum Kriminaldienst gegeben.“ Kriminalpolizei: Im Rahmen des Modellversuchs Kriminalpraktikant werden Bewerber zu Ermittlern im Bereich der Korruptionsbekämpfung ausgebildet. Was waren die Beweggründe für dieses Projekt? Otto Kerbl: Die Pensionierungswelle der gestandenen „Kiberer“-Gene
Rosemarie Pexa
3 Min. Lesezeit


Israels endloser Krieg
Seit der Terrorangriff der Hamas den Nahen Osten erneut in einen verheerenden Krieg gestürzt hat, eskaliert auch die internationale Auseinandersetzung über Israels militärisches Vorgehen. Vorwürfe schwerer Kriegsverbrechen und eines möglichen Völkermordes stehen ebenso im Raum wie die Frage nach den Grenzen legitimer Selbstverteidigung. „In Israel wird es erst Frieden geben, wenn die Juden gerecht und fromm geworden sind.“ David Ben-Gurion erklärte am 14. Mai 1948 aufgrund e
Alfred Ellinger
8 Min. Lesezeit


Fakten statt Vermutungen
Kann es einen korrupten Polizisten in Österreich geben? Natürlich. Kann es sein, dass eine Gruppe von Polizisten aus mehreren Abteilungen nach einem Zuruf der Partei Spuren vernichtet, um etwas zu vertuschen? Einige Politiker des Hohen Hauses sind offenbar genau davon überzeugt. Österreich muss sparen, Kriminalisten müssen bei jeder geplanten Überstunde mehrere Formulare ausfüllen und die Notwendigkeit ausführlich dokumentieren. Überstunden am Ersatzruhetag lassen beim LKA-Le
Herbert Windwarder
6 Min. Lesezeit


Homo corruptus?
Der Österreichische Anti-Korruptionstag 2026 befasste sich mit den Ursachen von Korruption. Ein fauler Apfel verdirbt das ganze Fass. Oder ist das Fass beschädigt und lässt den Apfel faulen? Diese „Bad apples in bad barrels“-Metapher der Korruptionsforschung sprach Dr. Otto Kerbl, MA, Direktor des Bundesamtes zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung, in seinen einleitenden Worten zum Österreichischen Anti-Korruptionstag 2026 am 8. April an. Damit nahm er Bezug auf
Rosemarie Pexa
6 Min. Lesezeit


Konsens statt Widerstand
Das österreichische Sexualstrafrecht steht vor einer grundlegenden Weichenstellung. Während bislang das Prinzip „Nein heißt Nein“ maßgeblich ist, fordern zentrale Akteure im Gewaltschutz einen Paradigmenwechsel hin zum Konsensprinzip – „Nur Ja heißt Ja“. Das geltende österreichische Sexualstrafrecht knüpft die Strafbarkeit maßgeblich an das Vorliegen von Gewalt oder an erkennbaren Widerstand der betroffenen Person. Dieses Modell basiert auf einem ablehnungsorientierten Verst
-pa-
5 Min. Lesezeit


Spenden für Österreich!
Das neue Dienstmanagement DZM beschäftigt Mannschaft und Führung. Wird es Gehaltseinbußen geben? Werden wirklich drei Wochenenden pro Monat verplant? Bleibt die Möglichkeit von 24 Stunden-Diensten? Schauen wir uns die Anforderungen an ein Dienstsystem der Zukunft aus ein paar Blickwinkeln an. Wenn der Dienstgeber von mehr Familienfreundlichkeit und keinen Einkommenseinbußen bei besserer Flexibilität spricht, spitzt der alte Hase unter den Polizisten die Ohren. Schöne Versprec
Herbert Windwarder
6 Min. Lesezeit
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