Internet-Kampagne gegen Phishing

Am 9. Oktober 2026 startete zum dritten Mal die Initiative „#10TageGegenPhishing“. Gemeinsam mit 60 Partnern, etwa der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Payment-Services Austria, Banken, Unternehmen und Partnerorganisationen, setzt das Bundeskriminalamt die österreichweite Präventionsarbeit gegen Phishing und andere digitale Betrugsformen fort.
Der Grundstein für die Zusammenarbeit wurde mit der Gründung der Plattform gegen Phishing 2023 gelegt. Mit Partnern schuf das Bundeskriminalamt Strukturen, um Informationen auszutauschen, Entwicklungen früh zu erkennen und Maßnahmen gegen Phishing zu setzen.
2024 wurde die Initiative „#10TageGegenPhishing“ ins Leben gerufen, mit der begleitenden Social-Media-Kampagne „Phishen Impossible“. Rund 75 Prozent aller Bankkundinnen und -kunden wurden mit den bisherigen Maßnahmen erreicht. Die Videos unter dem Titel „Phishen Impossible“ wurden 30 Millionen Mal aufgerufen. Mit „Phishen Impossible 3.0“ wird die Social-Media-Kampagne fortgesetzt. Wie wichtig Information und Prävention sind, zeigen die Zahlen: 2025 wurden bundesweit 7.000 Phishing-Fälle registriert, mit einem Schaden von 22 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 wurden 5.000 Fälle mit einer Schadenssumme von 19 Millionen Euro verzeichnet.
Phishing gehört weiterhin zu den am häufigsten angewandten Methoden in der Internetkriminalität. Täterinnen und Täter passen ihre Vorgehensweisen an aktuelle Entwicklungen an und versuchen, über gefälschte Nachrichten, Webseiten oder andere Kommunikationswege an persönliche Daten, Zugangsdaten und Zahlungsinformationen ihrer Opfer zu gelangen.
Im Frühjahr 2026 kam es zu einer Phishing-Welle im Zusammenhang mit vermeintlich notwendigen Verlängerungen von ID-Austria-Zertifikaten. 100 Menschen wurden Opfer der Betrugsmasche. Der Gesamtschaden belief sich auf 500.000 Euro.
Der Zahlungsverkehr in Österreich ist nach wie vor sicher: „Nur etwa eine von 16.000 Zahlungen ist von Betrug betroffen“, sagt OeNB-Gouverneur Dr. Martin Kocher. Dennoch seien im vergangenen Jahr Schäden von 115 Millionen Euro entstanden. Dabei zeige sich, dass Kriminelle zunehmend versuchen, Menschen zu manipulieren, statt technische Sicherheitssysteme zu umgehen. „Als Oesterreichische Nationalbank setzen wir neben sicheren Zahlungssystemen vor allem auf Finanzbildung und Aufklärung“, sagt Kocher. Gemeinsam mit Partnern wie dem Innenministerium arbeite man daran, die Menschen in Österreich durch Bewusstseinsbildung vor Betrugsversuchen zu schützen.
Für das Bundeskriminalamt ist neben den Ermittlungen die Prävention ein wesentlicher Bestandteil der Bekämpfung der Internetkriminalität. Ziel ist es, nicht nur Täterstrukturen zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen, sondern Straftaten möglichst im Vorfeld zu verhindern.




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