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Deutschland – Organisierte Kriminalität im Wandel

-gb-
vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland bundesweit 683 OK-Ermittlungsverfahren geführt. Dabei wurden knapp 8.000 Verdächtige erfasst – der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. 69 Prozent der Verfahren wegen organisierter Kriminalität (OK) wiesen einen internationalen Bezug auf. Rauschgiftkriminalität bleibt mit 37 Prozent der Verfahren das Hauptbetätigungsfeld der OK.

Das Erscheinungsbild der organisierten Kriminalität hat sich verändert. Die Abschottung war lange ein Kennzeichen der OK; heute inszenieren sich insbesondere junge kriminelle Akteure – die „Gen-Z-Mafia“ – mit Macht, Status und Gewalt in sozialen Medien.

Kriminelle Leistungen werden zunehmend als „Service“ angeboten und vermittelt. Das Spektrum reicht von Logistik und Waffen über Geldwäsche bis zur Rekrutierung von oft jugendlichen Tätern für Gewalttaten. Angebot, Auftrag und Vermittlung erfolgen über digitale Kanäle, soziale Medien oder verschlüsselte Messenger. Auftraggeber können aus dem für sie mutmaßlich sicheren Ausland agieren und Täter in Deutschland rekrutieren, ohne ihnen persönlich zu begegnen.

Die Gewaltbereitschaft, sowohl bei der Tatbegehung, als auch zum Erhalt der inneren Ordnung der OK-Gruppen, nimmt weiter zu und betrifft verstärkt auch den öffentlichen Raum. Kennzeichnend sind Schutzgelderpressungen und eine niedrige Hemmschwelle beim Schusswaffengebrauch. Seit einigen Jahren sind vermehrt illegale Schusswaffen im Spiel, insbesondere totalgefälschte Schusswaffen in Deutschland, die aus der Türkei nach Europa gelangen. Die Schusswaffen werden auf dem Landweg nach Deutschland geschmuggelt und durch Kriminelle verbreitet. Die totalgefälschten Schusswaffen werden außerhalb legaler Produktionsstätten hergestellt und sind originalen Waffenmodellen täuschend echt nachempfunden. Ihre steigende Verfügbarkeit erhöht das Gefahrenpotenzial, insbesondere weil Gewalt auch im öffentlichen Raum ausgetragen wird.

Die Rauschgiftkriminalität bleibt das Hauptbetätigungsfeld der organisierten Kriminalität. Das zeigt sich bei Kokain und Crack: 2025 wurden 39.414 Straftaten mit diesen Drogen festgestellt (2024: 38.671). Insgesamt wurden 10,1 Tonnen Kokain sichergestellt, davon 6,5 Tonnen in deutschen Häfen.

Kokain gelangt mit legalen Warenströmen über die Seehäfen nach Europa. Für den Schmuggel setzen Kriminelle immer öfter auf „Go-Fast-Boote“. Die Milliardengewinne werden gewaschen und das Geld gelangt in den Wirtschaftskreislauf. Der Kokain-Handel ist daher eine Gefahr für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Zahl der Sicherstellungen von Marihuana hat sich 2025 gegenüber 2024 verdreifacht. 2025 wurden 567 Cannabis-Aufzuchten mit Anbaukapazitäten ab 20 Pflanzen sichergestellt – ein Anstieg um 55 Prozent.

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