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Finanzbetrüger vermehrt auf WhatsApp

  • -gb-
  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Finanzbetrüger gehen mit der Zeit. Sie gehören zu den frühen Nutzern technischer Innovationen. Deep­fake-Videos mit Prominenten, WhatsApp-Gruppen mit betrügerischen „Anlagetipps“ und mit künstlicher Intelligenz (KI) betriebene Chatbots sind die neuen Trends beim Anlagebetrug. Das zeigen die Statistiken der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) zu den Verbrauchereingaben und Investorenwarnungen im vergangenen Jahr.

2025 wurden 843 Betrugsfälle mit einer Gesamtsumme von 19,6 Millionen Euro bei der FMA gemeldet. Anlagebetrüger werden nicht nur innovativer, sondern auch „besser“. Sie ergaunern immer höhere Beträge. Der höchste Verlust eines Einzelnen betrug 830.000 Euro. Im Jahr 2024 hatte es 853 Eingaben gegeben, mit einem Schaden von insgesamt 15,5 Millionen. Die FMA gab im Jahr 2025 97 Warnmeldungen vor unerlaubt tätigen Anbietern heraus. Betroffen waren meist Handelsplattformen.

Neu im Jahr 2025 waren Betrugsfälle über WhatsApp-Gruppen. Anleger werden in geschlossenen Chatgruppen zum Beispiel über Werbung auf Onlineplattformen oder Deepfake-Videos mit gefälschten Aussagen Prominenter gelockt oder mit ungebetenen Einladungen direkt kontaktiert. In den Gruppen werden vermeintliche „Trading-Tipps“ und angebliche „exklusive Investmentchancen“ diskutiert, um Vertrauen zu schaffen. In diesen Gruppen täuschen KI-betriebene Chatbots eine aktive „Community“ vor. In parallelen privaten Chats werden die Opfer zu Investitionen auf betrügerischen Plattformen oder Apps gedrängt. Die Gelder fließen dann meist auf ausländische Konten und Wallets.

Die Täter gehen anonym und flexibel vor: Gruppennamen wechseln oft, Unternehmensnamen oder URLs fehlen. Dadurch wird die Zurechnung einer Tätigkeit zu einem konkreten Anbieter erschwert. Während früher öffentliche Webseiten Hinweise lieferten, verlagert sich der unerlaubte Geschäftsbetrieb in private Social-Media-Kanäle. Das macht es Ermittlern schwer und kann die Veröffentlichung von Warnmeldungen verzögern oder verhindern. Die Meldung betrügerischer Werbung und gefälschter Profile ist auf Social-Media-Plattformen möglich, aber wegen umständlicher und wenig transparenter Verfahren unzuverlässig und langwierig.

Aufklärung über den Anlagebetrug ist ein Schwerpunkt der FMA. Unterrichtsmaterialien gibt es im Informationsformat „Reden wir über Geld“. Die FMA weitete ihre Aktivitäten 2025 auf Social-Media-Kanäle aus und startete eine Podcast-Reihe unter demselben Titel. Mit Kurzvideos unter dem Titel „1 Minute – 1 Begriff“ werden Konzepte aus der Finanzwelt von Experten der FMA erklärt.

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