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App für gewalttätige Männer

  • -gb-
  • vor 6 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit


Wenn du wütend wirst und du merkst, du siehst rot, dann ist das Wichtigste: Halte Abstand, der Abstand sollte mindestens zwei Armlängen sein“, „Gewalt in Beziehungen ist nichts, was einfach passiert“, „Plane ein Time-out, das heißt, überlege schon jetzt, wie du handeln kannst, damit nichts passiert“, „Es liegt in deinen Händen“. Mit konkreten Empfehlungen werden gewalttätige Männer in einer neuen Handy-App konfrontiert. Betrieben wird die App von Mitarbeitern des Bewährungshilfevereins NEUSTART.

Personen, gegen die die Polizei ein Betretungs- und Annäherungsverbot verhängt hat, müssen eine sechsstündige Gewaltpräventionsberatung absolvieren. Das gilt seit 1. September 2021. In fünf Bundesländern (Wien, Niederösterreich, im Burgenland, in der Steiermark und in Oberösterreich) führt der Verein NEUSTART diese verpflichtenden Beratungen durch.

Seit Mitte Dezember kommt mit der „Go-NEUSTART“-App ein digitales Instrument zum Einsatz, das die Täter motivieren soll, sich über die Beratungssitzungen hinaus mit ihrer Gewaltbereitschaft auseinanderzusetzen und an einer Verhaltensänderung zu arbeiten. „Mittlerweile passiert ein großer Teil unseres Lebens im digitalen Bereich“, sagt Dina Nachbaur, Leiterin des Bereichs Sozialarbeit bei NEUSTART. „Unsere Klientinnen und Klienten nützen natürlich intensiv ihre Smartphones – deshalb ist es sinnvoll, genau dort unsere Präventionsarbeit fortzusetzen.“

Die „Go-NEUSTART“-App bietet einige Funktionen, die sowohl Betroffene als auch Sozialarbeiterinnen und

-arbeiter unterstützen. Sie verfügt über eine Terminübersicht, einen sicheren Chat und über eine Dokumentenverwaltung. „Besonders wichtig ist es uns, sprachliche Hürden zu überwinden“, sagt Nachbaur. Daher stehen Informationen zu rechtlichen Themen und zum Ablauf der Gewaltpräventionsberatung in der App in 17 Sprachen zur Verfügung.

In der App sind auch Kurzvideos mit Hinweisen zu Strategien zur Gewaltvermeidung enthalten. Digitale Ins­trumente sind eine Ergänzung, sollen allerdings keine persönliche Beratung ersetzen. „Ihr Nutzen liegt in der Erhöhung der Erreichbarkeit, der Mehrsprachigkeit, der Strukturierung von Information und der Möglichkeit der zeit- und ortsunabhängigen Verfügbarkeit“, erklärt Nachbaur.

„Der Einsatz der ‚Go-NEUSTART-App‘ in der Gewaltpräventionsberatung ergänzt unsere Arbeit um eine digitale Komponente“, sagt Nachbaur. „Wir wollen damit einen weiteren Beitrag leisten, um unser Ziel – den Stopp von Gewalt – zu erreichen.“

NEUSTART arbeitet seit 1957 in den Bereichen Bewährungshilfe, Haftentlassenenhilfe, Opferhilfe und Prävention. 1.750 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten Hilfen und Lösungen zur Bewältigung von Konflikten und zum Schutz vor Kriminalität an.










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