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Europa als lukrativer Kokainabsatzmarkt

  • fg
  • vor 7 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Kokain ist nach Cannabis die zweithäufigste konsumierte illegale Droge Europas.


Im Jänner 2026 stellten spanische Behörden in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern 10 Tonnen in Salz verstecktes Kokain sicher.
Im Jänner 2026 stellten spanische Behörden in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern 10 Tonnen in Salz verstecktes Kokain sicher.

Der überwiegende Teil des Kokainschmuggels erfolgt über den Seeweg aus Südamerika. Große Mengen werden in Frachtcontainern transportiert und über europäische Häfen verteilt. Gerade dort zeigt sich die enge Verbindung zwischen Drogenhandel und organisierter Kriminalität. Ermittlungen dokumentieren regelmäßig Korruption von Hafenpersonal, Einschüchterungsversuche gegen Beschäftigte sowie gewalttätige Auseinandersetzungen rivalisierender Gruppierungen.

Kriminelle Netzwerke reagieren zunehmend flexibel auf verstärkte Kontrollen. Während traditionelle Großhäfen weiterhin eine wichtige Rolle spielen, werden vermehrt kleinere Häfen genutzt.

 

Produktionskapazitäten entstehen in Europa. Europa ist längst nicht mehr ausschließlich ein Absatzmarkt. Die Verarbeitung und teilweise auch Herstellung von Kokain findet zunehmend innerhalb Europas statt. Jährlich werden zahlreiche Produktionsstätten entdeckt, von denen einige industriellen Charakter besitzen. Besonders die Niederlande gelten als Schwerpunktland der europäischen Kokainverarbeitung.

Dabei geht es häufig nicht um die Herstellung aus Kokablättern, sondern um die Rückgewinnung von Kokain aus chemisch präparierten Importgütern. Kriminelle Organisationen verstecken Kokain in „unauffälligen“ Materialien wie in Lebensmitteln, Kunststoffen oder chemisch veränderten Trägermaterialien und extrahieren die Droge erst nach der Einfuhr in Europa. Darüber hinaus werden Koka­pas­te und Kokainbase direkt nach Europa geschmuggelt und dort weiterverarbeitet. Im Jahr 2024 wurden in sechs EU-Mitgliedstaaten 42 Kokainlabore ausgehoben.

 

Wachsende Belastung für die öffentliche Gesundheit. Kokain ist inzwischen die zweithäufigste Primärdroge bei Erstaufnahmen in spezialisierten Suchthilfeeinrichtungen und gleichzeitig die am häufigs­ten gemeldete illegale Substanz bei akuten Drogenvergiftungen in europäischen Notaufnahmen.

Besonders besorgniserregend ist die Ausbreitung des Konsums in gesellschaftliche Gruppen, die bislang nur begrenzt betroffen waren. Abwasseranalysen aus europäischen Städten zeigen in der Mehrzahl der untersuchten Standorte steigende Rückstände von Kokainmetaboliten. Dies spricht für eine weitere geografische und soziale Verbreitung der Droge.

 

Gewalt, Abhängigkeit und Todesfälle. Die gesundheitlichen Folgen des Kokainkonsums reichen weit über klassische Abhängigkeitserkrankungen hinaus. Langfristiger oder hochdosierter Konsum erhöht das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann psychotische Episoden auslösen. Zudem steht Kokain in engem Zusammenhang mit Unfallverletzungen, Suiziden, Gewaltkriminalität und HIV-Infektionen.

Besondere Risiken entstehen durch Mischkonsum. Der gleichzeitige Konsum von Kokain und Alkohol ist weit verbreitet. Im Körper entsteht dabei Cocaethylen, eine Substanz, die zusätzliche gesundheitliche Be­las­tungen verursachen kann. In den europäischen Staaten, die entsprechende Daten vorlegen konnten, spielte Kokain im Jahr 2024 bei rund 27 Prozent aller drogenbedingten Todesfälle eine Rolle.

 

Steigende Behandlungszahlen. Im Jahr 2024 war Kokain die zweithäufigste Primärdroge bei Personen, die erstmals eine spezialisierte Drogenbehandlung aufnahmen. Rund 37.000 Erstklientinnen und Erstklienten nannten Kokain als Hauptprob­lem. Gegenüber 2018 ein Anstieg von 39 Prozent.

Bemerkenswert ist dabei der lange Zeitraum zwischen Konsumbeginn und Behandlungsaufnahme. Im Durchschnitt liegt das Alter beim Erstkonsum bei 22 Jahren, während die erste Behandlung erst mit etwa 36 Jahren erfolgt. Damit vergehen durchschnittlich 14 Jahre, bevor professionelle Hilfe in Anspruch genommen wird.

Noch dynamischer entwickelt sich die Situation beim Crackkonsum. Die Zahl der Personen, die sich erstmals wegen Crackproblemen behandeln lassen, stieg seit 2018 um mehr als die Hälfte.

 

Reinheit steigt, Preise bleiben stabil. Ein zentrales Merkmal des europäischen Kokainmarktes ist die steigende Reinheit der verfügbaren Produkte. Während die Endkundenpreise in den vergangenen zehn Jahren weitgehend stabil blieben, nahm die durchschnittliche Reinheit erheblich zu. Im Jahr 2024 lag sie auf europäischer Ebene um 44 Prozent höher als noch 2014.

Zusätzliche Hinweise liefern Drug-Checking-Programme. Im Jahr 2025 wiesen rund 65 Prozent der untersuchten Kokainproben einen Reinheitsgrad von mindestens 80 Prozent auf.

 

 







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