Beratung im Chatroom kommt an
- -gb-
- 4. Aug.
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Das Digitale Kinderschutzzentrum zieht eine erste Bilanz: Seit dem Start der anonymen Chat-Beratung im März 2026 wurden 350 Kinder und Jugendliche begleitet. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass der Bedarf an niederschwelliger, digitaler Krisenintervention groß ist und mit zunehmender Bekanntheit des Beratungsangebots ansteigt. Gleichzeitig sprechen sich die Verantwortlichen des Digitalen Kinderschutzzentrums für Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien aus.
Das Digitale Kinderschutzzentrum ist ein Projekt der Österreichischen Kinderschutzzentren und wurde als Ergänzung zu deren österreichweitem Beratungsangebot entwickelt, als digitale Anlaufstelle. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen in Gewalt- und Gefährdungssituationen einen anonymen und leicht erreichbaren Zugang zu Beratung zu ermöglichen – dort, wo sie sich aufhalten: im digitalen Raum.
Seit März 2026 steht die Chat-Beratung werktags von 17 bis 21 Uhr zur Verfügung. Besonders häufig wenden sich Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren an das Team. Beratungsanlässe sind psychische, körperliche und sexuelle Gewalt, Vernachlässigung, Cybermobbing, Einsamkeit, soziale Ängste, Überforderung und Suizidgedanken. Nach den Erfahrungen der Kinderschützer öffnen sich viele Kinder und Jugendliche nur aufgrund der Anonymität des Angebots.
Social-Media-Beschränkungen. Die Chatberatungen zeigen oft die Auswirkungen sozialer Medien auf das psychische Wohlbefinden junger Menschen. Unrealistische Schönheitsideale, permanenter Vergleich, Cybermobbing und Ausgrenzung führen zu Belastungen. Kinder und Jugendliche äußern Selbstzweifel wie „Ich bin nicht normal“ oder „Ich bin nicht okay.“
Vor diesem Hintergrund begrüßen die Vertreter des Digitalen Kinderschutzzentrums den aktuellen Gesetzesentwurf zur Social-Media-Altersbeschränkung. Jeder Schritt, der Kinder und Jugendliche besser vor schädlichen digitalen Einflüssen schützt, sei zu begrüßen.
Viele Jugendliche erleben ihre intensive Smartphone-Nutzung selbst als belastend und wünschen sich mehr direkte Begegnungen. Gleichzeitig fällt es ihnen schwer, ihr eigenes Nutzungsverhalten nachhaltig zu verändern. Die Digitalisierung verändert die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen grundlegend. Damit wächst die Verantwortung von Politik und Gesellschaft, wirksame Schutzmaßnahmen zu schaffen und Unterstützungsangebote bereitzustellen.
Das Digitale Kinderschutzzentrum wird im Rahmen der Förderung „Stärkung der Krisenintervention in Österreich“ vom Sozialministerium finanziert. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen einen niederschwelligen und digitalen Zugang zu Beratung und Unterstützung in Gewalt- und Gefährdungssituationen zu ermöglichen. https://digitales-kinderschutzzentrum.at/.




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