Alkohol, Nikotin und Cannabis
- -gb-
- 1. Mai
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Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Österreich. Der Verbrauch von Kokain steigt weiter. Alkohol und Nikotin sind Drogen Nummer eins. Das ist das Ergebnis eines abwasserbasierten Drogenmonitorings. Die Abwässer von insgesamt 131 Städten und Regionen europaweit werden regelmäßig für den Drogenbericht der Drogenagentur der Europäischen Union (EUDA) untersucht. Darunter sind 18 Kläranlagen in Österreich, insgesamt 190 Gemeinden. Die Region Purgstall fiel weg, die Regionen Guntramsdorf und Hallstätter See kamen hinzu.
„Österreich liefert vierzehn Prozent aller europäischen Datensätze“, berichtet Dr. Herbert Oberacher, Leiter des Abwasserlabors am Institut für Gerichtliche Medizin (GMI) der Medizinischen Universität Innsbruck. Mit den 18 Regionen werden 40 Prozent der Bevölkerung erreicht. Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck sind die einwohnerstärksten Regionen. Bezogen auf die Gesamtfracht, werden die größten Drogenmengen im Abwasser beobachtet.
Für die jährliche Studie wurden im Frühjahr und Frühsommer 2025 eine Woche lang täglich Proben vom Zufluss der Kläranlagen entnommen und mithilfe chemischer Verfahren ausgewertet. Untersucht wurden die Konsummarker (Drogen in Stoffwechselprodukten) der Suchtgifte Tetrahydrocannabinol (THC, Wirkstoff in Cannabis), Kokain, Amphetamin (Wirkstoff in Speed), 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA, Wirkstoff in Ecstasy) und Methamphetamin (Wirkstoff in Crystal Meth) sowie Alkohol und Nikotin.
Ketamin. Neu im Programm ist das Monitoring von Ketamin. Das ist ein Arzneistoff, der als „dissoziatives Anästhetikum“ wirkt. Er wird seit den 1970er-Jahren in der Human- und Tiermedizin eingesetzt, und zwar zur Narkoseeinleitung und Schmerzbehandlung. Wegen seiner bewusstseinsverändernden Wirkung wird Ketamin als Rauschdroge konsumiert. „Aufgrund der medizinischen Anwendung von Ketamin sollten die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden“, betont Herbert Oberacher. Dennoch sei langfristig ein Monitoring sinnvoll, um Trends früh erkennen zu können.
„Eine Bewohnerin bzw. ein Bewohner aus einer der 18 untersuchten Regionen in Österreich trinkt im Schnitt täglich ein Glas Wein, raucht drei bis vier Zigaretten und konsumiert 0,07 Cannabis-Joints sowie rund zwei Milligramm an aufputschenden Drogen“, erklärt Oberacher. „Somit werden in Österreich täglich mehrere Hundert Kilogramm an verbotenen Drogen konsumiert und Umsätze in Millionenhöhe erzielt.“ Der Pro-Kopf-Konsum an Alkohol und Nikotin ist in Österreich überall gleich. Cannabis ist in allen Regionen die dominierende illegale Droge, wobei der Konsum in Städten höher ist als am Land. Den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Cannabis verzeichnete Wien.




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