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  • Gerhard Brenner

Feines Sterben in der Gastronomie



Stress, Alpha-Tiere, Leidenschaft – die Profi-Küche war immer schon ein gefährlicher Ort. Das bekommt auch die Detektivin in Eva Rossmanns Romanen, Mira Valensky, zu spüren.

Im Gasthaus „Apfelbaum“ scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Doch dann wird der syrische Hilfskoch erstochen. Die Wiener Journalistin Mira Valensky und ihre Freundin Vesna Krajner begeben sich auf eine Jagd durch die Gourmettempel zwischen Gastro-Klischees und der Macht der öffentlichen Meinung. „Fine Dining“ rechnet sich nicht mehr. Luxuslokale sperren zu. Gasthäuser finden keine Arbeitskräfte. Die Gastronomie ist im Umbruch. Wer hat noch Lust, nach dem ultimativen Geschmack zu suchen? Werden Koch- und Servicebrigaden gar durch Roboter ersetzt?

Wie sieht das die Autorin? „Mechanische Abläufe, alles, was berechenbar ist, das können KI-Systeme lernen“, sagt Eva Rossmann. „Aber würzen? Erkennen, welche Zutaten wann wie miteinander verbunden werden sollen?“ Künstliche Intelligenz sei schlecht, wenn es um Kreativität gehe. „Genau das beschreibe ich im Krimi und habe es das ‘Jazz-Moment’ genannt: KI kann nämlich auch keinen guten Jazz spielen.“ Dafür brauche es mehr als bloße Vorlagen.


Eva Rossmann: Fine Dying – ein Mira-Valensky-Krimi, Folio Verlag, Wien, 2023 www.folioverlag.com

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