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Zehn Jahre – neun Sicherheitsbehörden



Insgesamt gab es bis 31. August 2012 31 Sicherheitsbehörden: 8 Sicherheitsdirektionen (SID), 14 Bundespolizeidirektionen (BPD – Wien war gleichzeitig Bundespolizeidirektion und Sicherheitsdirektion) und 9 Landespolizeikommanden (LPK). Mit 1. September 2012 – vor zehn Jahren – wurden daraus neun Landespolizeidirektionen. Es war die weitreichendste Strukturreform in der österreichischen Polizei.

Sie war weitreichender als die Reform „Team 04“, bei der Polizei und Gendarmerie zusammengelegt worden waren. Diese Reform war mit 1. Juli 2005 in Kraft getreten. Über Jahrzehnte heraufbeschworen, kam es damals zur Zusammenführung von 45 Wachkörpern zu neun Führungsstrukturen, den damaligen Landespolizeikommanden. Von da an gab es nur mehr einen Wachkörper: die Bundespolizei.

Mit der Behördenreform 2012 wurde das Sicherheitswesen in Österreich erstmals wirklich neu gedacht. Behörden und Wachkörper wurden unter einem Dach zusammengefasst.

Mit der Behördenreform wurde eine Organisationsform in der österreichischen Polizei eingeführt, die völlig neu war: Ein Landespolizeidirektor bzw. eine Landespolizeidirektorin und zwei stellvertretende Landespolizeidirektoren – wobei sowohl die Direktorin bzw. der Direktor, als auch die Stellvertreter je einen Geschäftsbereich innehatten, mit einer eigenen Bürostruktur. In der Praxis musste sich das erst einspielen.

Die zweite organisationsspezifische Neuerung war, dass es Abteilungen unterhalb der „Büro-Ebene“ gab, auf die die „Büro-Ebene“ Zugriff haben sollte. Auch das musste sich erst einspielen.

Beendet wurde mit der Behördenreform ein Zuständigkeitswirrwarr zwischen SIDs, BPDs und LPKs, die – je nachdem, wo die oder der „Stärkere“ saß – sich zugunsten der einen oder anderen Ebene entschied. Legendär waren die Konflikte zwischen den Ju­ris­ten der kriminalpolizeilichen Abteilungen der BPDs und den leitenden Beamten des Kriminaldienstes.


Mit einem Namen verbunden: Konrad Kogler. Kopf der Reform war der spätere Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit im Innenministerium, MMag. Konrad Kogler. Er war am 1. Jänner 2011 zum Leiter der Gruppe „Organisation, Dienstbetrieb und Einsatz“ ernannt worden und hatte die Behördenreform als wichtigstes Sicherheitsprojekt der Zweiten Republik in Angriff genommen.

Mit 1. Jänner 2013 übernahm Konrad Kogler das Amt des Generaldirektors und wurde damit Chef der neun Landespolizeidirektionen, die ein halbes Jahr zuvor durch die Behördenreform geschaffen worden waren. In dieser Position blieb er bis 31. August 2017. Damals wechselte er an die Stelle des Landespolizeidirektors für Niederösterreich. Im Jahr 2019 verließ er die Polizei und wurde Geschäftsführer der Niederösterreichischen Gesundheitsagentur.