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  • Rosemarie Pexa

„Kriminaldienst aufwerten“

Der Leiter des Ermittlungs-bereichs Leib/Leben im LKA Niederösterreich setzt sich für mehr technische und rechtliche Möglichkeiten sowie eine gehobene Ausbildung ein.


Hannes Fellner: „Für uns wäre es wichtig, dass wir die Speicherfristen und die Kommunikation über das Internet in den Griff bekommen.“

Mordermittler – das war für junge Kriminalbeamte früher ein Traumjob, erinnert sich Chefinspektor Hannes Fellner, BA MA, Leiter des Ermittlungsbereichs 01 – Leib/Leben im Landeskriminalamt Niederösterreich: „Vor 20 Jahren war das Interesse der Kollegen und Kolleginnen für den Kriminaldienst ganz allgemein und auch für den Ermittlungsbereich Leib/Leben wesentlich höher, als dies gegenwärtig der Fall ist.“ Er selbst nutzte damals die Gelegenheit, nach nur einem Jahr im Ermittlungsbereich Betrug zum Mord zu wechseln, war an der Klärung zahlreicher spektakulärer Fälle beteiligt und erlebte die Entwicklung des Kriminaldienstes vom Beginn der 1990er Jahre an mit. Er ist überzeugt davon, dass sich der „Nachwuchs“ auch heute noch motivieren lässt, die Laufbahn eines Kriminalisten einzuschlagen – und dabei zu bleiben.

Bei Fellner war es ein Gendarm aus der Verwandtschaft, der in dem jungen Mann die Begeisterung für einen Job bei der Exekutive weckte. 1988 trat er in die Bundesgendarmerie ein und versah seinen Dienst am Gendarmerieposten Alland. „Das war ein kleiner Pos­ten, wo man schnell selbstständig geworden ist. Ein paar gute 'alte' Landgendarmen haben sich um uns Junge gekümmert. Sie haben uns gezeigt, wie man mit den Leuten umgeht. Jeder sollte ein paar Jahre 'draußen' sein, da lernt man das komplette Betätigungsfeld und alle möglichen Schicksale kennen“, so Fellner.

Zu den häufigsten Delikten, mit denen sich die Gendarmen am Posten Alland befassen mussten, zählten Einbrüche. Das lag vor allem daran, dass die Autobahn direkt an der Gemeinde vorbeiführt – ein Umstand, den die Täter zu nutzen wussten. Viel Zeit nahm aufgrund der Lage auch der Verkehrsdienst in Anspruch, den Fellner nicht als sein „Hauptinteresse“ bezeichnet. Dieses galt vielmehr einem anderen Bereich: der Kriminalistik.

Also absolvierte Fellner die Grundausbildung für dienstführende Beamte und begann 1991 seinen Dienst in der Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Niederösterreich, vorerst im Ermittlungsbereich Betrug. Als Mitglied der „Arbeitsgruppe Flüchtlingsunterkünfte“ ermittelte er gegen Unterkunftgeber, die zu viel Taggeld verrechnet hatten, und auch in Zusammenhang mit Überprüfungen der Unterkünfte. Die Überprüfer hatten bei ihren Kontrollen ein Auge zugedrückt und sich das entsprechend entlohnen lassen. „Wir haben in der Kriminalabteilung erfahrene Kiberer gehabt. Von denen habe ich mir viel abgeschaut und auch die vielen Facetten einer Vernehmung gelernt“, streicht Fellner erneut den Vorteil heraus, von kompetenten Kollegen lernen zu können.


Ermittlungsbereich Mord. Auch Teamarbeit spielte im Landesgendarmeriekommando immer eine wichtige Rolle; bei großen Fällen wurden Kriminalisten aus anderen Ermittlungsbereichen zugezogen. So ergab es sich, dass Fellner bei einem Raubmord an einem Geldboten mitarbeiten konnte. Offensichtlich mit Erfolg, denn daraufhin erhielt er das Angebot, zum Ermittlungsbereich Mord zu wechseln. „Sitte und Prostitution waren auch dabei, daher war ich damals oft in der Wiener Szene unterwegs. Die war noch überschaubar, wir haben die Leute von der 'anderen Seite' gekannt und mit ihnen kommunizieren können“, erklärt Fellner. Weit hatte er es von seinem Büro aus nicht, da sich das Landeskriminalamt Niederösterreich noch in Wien befand.

„In den 1990er-Jahren hat es zahlreiche OK-relevante Morde – mehr als in den letzten Jahren – gegeben, oft waren die Täter aus Russland oder Ex-Jugoslawien. Generell ist die Motivlage bei Mord aber gleich geblieben“, so Fellner. Neben Delikten im Milieu nennt er Beziehungstaten, Sexualdelikte und Eigentumsdelikte wie Raub, bei denen es zu tödlicher Gewalt kommt, häufig auch wegen geringer Summen. Bei manchen Fällen kann das Motiv nicht eindeutig geklärt werden – etwa bei einem Doppelmord an einem Waldviertler Trafikanten und seinem Sohn im Jahr 1992, zu dem Fellner ermittelte. Die beiden Männer, die häufig in der Tschechoslowakei unterwegs gewesen waren, galten nicht als vermögend, trotzdem erschien ein Raubmord am wahrscheinlichsten.


Spektakuläre Fälle. 1991 wurde die erste Sonderkommission zu Mordfällen, die nur aus wenigen Personen bestehende „Soko Unterweger“, eingerichtet. Fellner arbeitete als Kriminalbeamter bei den Ermittlungen in Niederösterreich und Wien mit. Zur Erinnerung: Unterweger, der als „Häfenpoet“ bekannt gewordene Liebling von Society und Kulturszene, war wegen eines Frauenmords in Deutschland zu lebenslanger Haft verurteilt und 1990 auf Bewährung freigelassen worden. Danach sorgte eine Serie von Prostituiertenmorden für Aufsehen. Unterweger wurde als Täter ausgeforscht und im Geschworenenprozess schuldig gesprochen. Wenige Stunden nach der Gerichtsverhandlung erhängte er sich in seiner Zelle.

Ein weiterer Fall aus den 1990ern, der in die österreichische Kriminalgeschichte Eingang fand, war jener von Elfriede Blauensteiner. Die Serienmörderin, der die Medien den Beinamen „Schwarze Witwe“ gaben, lernte Fellner als Selbstdarstellerin, die ihre Taten genau plante, kennen. „Zum Verhängnis geworden ist ihr, dass ein Angehöriger eines Opfers mit einem riesigen Grundstück in der Wachau Verdacht geschöpft hat. Das Opfer, das Blauensteiner von seinen Verwandten komplett abgeschottet hat, war binnen kurzer Zeit zweimal im Spital. Sein Tes­tament hat sie gefälscht.“ Reich wurde die „Schwarze Witwe“ trotz mehrerer Erbschaften nicht, da sie das Geld im Casino verspielte. 1996 wurde sie zu lebenslanger Haft verurteilt.

2005 wurde die „ARGE Fensterbohrer“ gegründet, um einem international aktiven Einbrecher, einem Mann aus Uruguay, auf die Spur zu kommen. Fellner war mit dem Fall befasst, weil der Täter nicht nur hunderte Einbrüche nach der Fensterbohr-Methode in Österreich und Deutschland verübt, sondern in Hamburg auch einen Hausbesitzer erschossen hatte. „Die enge internationale Kooperation war wichtig. Wir haben mit dem Hessischen Landeskriminalamt und verschiedenen Dienststellen in Deutschland intensiv zusammengearbeitet“, so Fellner.

Die Tatortgruppe Niederösterreich und Wien schuf bei der Spurensicherung an den „Fensterbohrer-Tatorten“ neue Möglichkeiten, die in weiterer Folge in Österreich und Deutschland angewendet wurden, wodurch die Zusammenhänge beweisbar waren. 2007 errang Fellner – gemeinsam mit Kollegen aus Wien und Deutschland – für die Klärung des Falls bei der Ehrung zum „Kriminalisten des Jahres“ den dritten Platz.


Der Fall Fritzl. 2008 wurde Fellner zum stellvertretenden Leiter des Ermittlungsbereichs Leib/Leben im LKA Niederösterreich bestellt. Im selben Jahr ermittelte er mit seinen Kollegen zu einem Fall, der weltweit für Medieninteresse sorgte: zum „Fall Fritzl“. „In der ersten Ermittlungsphase hat keiner damit gerechnet, dass das so ausgeht. Josef Fritzl war eine dominante Persönlichkeit, ein Narzisst. Er hat offensichtlich wirklich geglaubt, dass er seine Tochter vor der Außenwelt 'beschützt' hat, und hat seine Taten als sein Recht angesehen“, beschreibt Fellner. Er war dabei, als Josef Fritzls Tochter Elisabeth das erste Mal gemeinsam mit ihren Kindern das Haus verließ. Die Kinder saßen erstmalig in einem Auto, was für sie eine interessante Erfahrung, aber körperlich völlig ungewohnt war.


Täter aus Südosteuropa. Ein Doppelmord in Pachfurth bei Bruck an der Leitha an einem Ehepaar machte 2009 Schlagzeilen. Das Paar, Besitzer eines beliebten Heurigenlokals, wurde von einem Bulgaren erschossen. Dieser verletzte die Tochter der beiden, die zu fliehen versuchte, durch einen weiteren Schuss schwer. „Der Täter hat 1.500 Euro aus den Handkassa erbeutet“, so Fellner. Der mehrfach Vorbestrafte wurde durch internationale Kooperation und schließlich anhand von DNA-Spuren überführt und zur Höchststrafe verurteilt.

Als Reaktion auf Überfälle, denen Bankdirektoren in ihren Privathäusern zum Opfer gefallen waren, wurde 2012 im Landeskriminalamt Niederösterreich die „ARGE Kettenphantom“ gegründet. „Der Täter, ein Montenegriner, hat einen Angehörigen als Geisel genommen und das Opfer damit erpresst, Geld von der Bank zu holen und ihm zu übergeben“, schildert Fellner die Vorgehensweise. „Kettenphantom“ wurde der Berufsverbrecher genannt, weil er die Geiseln mit Handfesseln und Ketten fixierte. Bei seinen penibel vorbereiteten Überfällen führte er auch Medikamente zum Ruhigstellen der Opfer und präpariertes Futter als Schutz vor Wachhunden mit. „Der Täter konnte ausgeforscht und in Belgrad von einer serbischer Sondereinheit gemeinsam mit der Zielfahndung des Bundeskriminalamts festgenommen werden“, so Fellner.

Dieser Fall war nicht der einzige, bei dem Fellner mit Kollegen aus Staaten des ehemaligen Ostblocks zusammenarbeitete. Dabei lernte er auch die in diesen Ländern herrschenden Gewohnheiten kennen, die er folgendermaßen auf den Punkt bringt: „Man muss sich eine Vertrauensbasis erarbeiten und – das ist das Wichtigste – darf das Vertrauen nie missbrauchen, dann hat man den Kontakt das ganze Leben lang.“ Verständigungsprobleme gab es keine, da vor allem die jüngeren Kriminalpolizisten auch in Ost- und Südosteuropa Englisch sehr gut beherrschen.


Europol-Verbindungsbüro. Aufgrund seines Interesses für internationale Ermittlungen und seiner einschlägigen Erfahrungen wurde Fellner 2016 als Verbindungsbeamter in das österreichische Verbindungsbüro bei Europol in Den Haag entsandt, wo er mehr als zwei Jahre lang tätig war. „Der Vorteil bei Europol ist, dass sich Vertreter aller EU-Staaten und zahlreicher Drittstaaten am selben Ort befinden. Braucht man eine Information, bekommt man oft schon innerhalb einer halben Stunde eine Antwort. Man kann binnen kürzester Zeit ein operatives Meeting einberufen“, so Fellner.

Weitere positive Aspekte sind laut Fellner die Zugriffsmöglichkeit auf riesige Datenmengen über reisende Täter und die Einstufung von Europol als offiziell gesicherter Kanal, wodurch alle Informationen auch in einem Gerichtsverfahren verwendet werden können. Die internationale Zusammenarbeit ist in den letzten zwei Jahrzehnten auch mit Hilfe von Europol einfacher und selbstverständlicher geworden, operative Maßnahmen lassen sich rascher umsetzen.

Auch nach Beendigung seiner Dienstzeit bei Europol pflegte Fellner internationalen Austausch, unter anderem mit den USA. So nahm er 2021 am „33rd Annual Colonel Henry F. Williams Homicide Seminar”, das von der New York State Police veranstaltet wurde, teil. Vertreten waren über 200 Mordermittler aus den USA und einige aus europäischen Ländern. Zum Abschluss des Seminars durften ein Besuch des New York Police Departments sowie der Ground Zero und eine Hafenrundfahrt zur Freiheitsstatue in New York City nicht fehlen.

Nicht nur im polizeilichen Bereich setzte Fellner auf Weiterbildung. Er absolvierte berufsbegleitend den Bachelor- und anschließend den Masterstudienlehrgang „Public Management“ an der Fachhochschule Campus Wien. Im April 2019 wurde er Leiter des Ermittlungsbereichs Leib/Leben im LKA Niederösterreich.

Ebenfalls im Jahr 2019 ermittelte er mit seinem Team zum Mord an der Filialleiterin eines Supermarkts in Amstetten-Greinsfurth. Die Frau wurde am Rand des Parkplatzes eines Einkaufszentrums erwürgt aufgefunden. Ein deutscher Staatsbürger, der als Tatverdächtiger ausgeforscht wurde, konnte anhand von DNA-Spuren in einem Indizienprozess und trotz Leugnen zu lebenslanger Haft verurteilt werden. „Der Deutsche war ein Betrüger. Er hat seinen Job verloren und in seinem Auto auf Parkplätzen geschlafen“, so Fellner. Da beim Täter einige Gegenstände des Opfers gefunden wurden, könnte es sich um einen Raubmord gehandelt haben. Fellner schließt aber auch nicht aus, dass ein Streit wegen der Übernachtung am Parkplatz Auslöser zu diesem Mord gewesen war.


Morde und Motive. „Hin und wieder überrascht mich doch die eine oder andere Tathandlung und Denkweise oder ein Motiv, aber es gibt laut meiner Einschätzung auch nichts, was es nicht gibt“, zieht er Bilanz über „seine“ Mordfälle – und widerspricht auch der verbreiteten Ansicht, dass es heute mehr bzw. brutalere Morde gibt als früher. Die Zahlen bei Mord sind seit den 1990er Jahren rückläufig, was Fellner vor allem auf die Einführung und Verbesserungen des Betretungs- und Annäherungsverbots bei Gewalt in der Privatsphäre und die Verschärfung des Waffengesetzes zurückführt. Während vor rund 30 Jahren mehr Schusswaffendelikte gezählt wurden, greifen die Täter jetzt eher zu Hieb- und Stichwaffen.

Ebenfalls gleich geblieben ist der – geringe – Anteil weiblicher Mörder. Bei Frauen, die ihren Partner töten, handelt es sich nicht nur um Morde, es werden auch immer wieder Taten als Totschlag oder Notwehr eingestuft. Manchmal wird Notwehr aber nur vorgeschoben – etwa im folgenden von Fellner geschilderten Fall aus dem Jahr 2003 im Bezirk Baden:

Die Kundin einer Autofirma kaufte im Jahr 2000 ein Auto und blieb einen größeren Geldbetrag schuldig. Deshalb lockte sie den Autoverkäufer unter einem Vorhalt in ihre Wohnung, dieser musste mit vorgehaltener Waffe einen verfälschten Beleg unterschreiben. Um zu vermeiden, dass der Betrug auffliegt, erschoss sie den jungen Mann mit einem abgesägten Schrotgewehr und gab an, sich nur verteidigt zu haben, um einer Vergewaltigung zu entgehen. Durch die akribischen Ermittlungen konnte schlussendlich aber nachgewiesen werden, dass die Täterin die Tat monatelang geplant hatte, so hatte sie Schussübungen durchgeführt und das Opfer gezielt ausgewählt.

Taten, die der leichten bis mittleren Gewalt zuzurechnen sind, werden laut Fellner im Gegensatz zu früher tatsächlich mit mehr Brutalität ausgeführt. Die Täter tragen häufiger ein Messer bei sich, das sie auch einsetzen. Tritte gegen den Kopf von Opfern, die schon am Boden liegen, kommen ebenfalls öfter vor. In den letzten Jahren hat Fellner eine weitere Veränderung bemerkt: Die Anzahl der Täter, bei denen eine psychische Erkrankung behauptet und oft auch diagnostiziert wird, steigt an.


Digitalisierung. Betrachtet man die Entwicklung der Kriminalität insgesamt, ergeben sich die größten Herausforderungen durch die zunehmende Internationalisierung sowie die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie. „Wir arbeiten viel mit forensischer Auswertung von Datenträgern, aber unsere rechtlichen und technischen Möglichkeiten reichen bei offenen Grenzen und der Kommunikation über das Internet nicht aus. Die Täter verwenden seit einigen Jahren Messengerdienste wie WhatsApp oder Telegram“, spricht Fellner ein bekanntes Problem an. Wechseln Tatverdächtige vom Telefon zu einem Messengerdienst, kann die Polizei die Konversation nicht mehr weiter verfolgen oder überwachen.

Ein zweiter Punkt, bei dem Datenschutz die Ermittler ausbremst, sind die relativ kurzen Speicherfristen. Wenn die Polizei für die Aufklärung eines Kriminalfalls möglicherweise relevante Daten wie Kameraaufnahmen oder Telefon-Verbindungsdaten anfordern möchte, sind diese oft schon gelöscht. Auch hier sieht Fellner Reformbedarf: „Für uns wäre es wichtig, dass wir die Speicherfristen und die Kommunikation über das Internet in den Griff bekommen. Der oft diskutierte 'Staatstrojaner' wäre für die Bekämpfung der OK- und schweren Gewaltkriminalität natürlich ebenfalls relevant. Andere europäische Staaten bieten in diesem Bereich und auch bei den Speicherfristen viel umfangreichere Ermittlungsmöglichkeiten.“

Mehr Kompetenzen im digitalen Bereich würden dazu beitragen, den Kriminalisten die Arbeit zu erleichtern und die Aufklärungsquote zu erhöhen. Die aktuell diskutierte Kriminaldienstreform soll hier eine Verbesserung auf allen Ebenen bringen. Um den Kriminaldienst attraktiver zu gestalten, sind jedoch noch weitreichendere Veränderungen erforderlich, ist Fellner überzeugt. Der Nachwuchs hat andere Ansprüche, welche die Polizei berücksichtigen sollte, wenn sie als Arbeitgeber punkten möchte.

„Die Gesellschaft hat sich verändert. Wir haben damals noch viele Überstunden gemacht, aber zwischenzeitlich haben viele Mitarbeiter einen anderen Zugang zum Dienst. Es braucht sicherlich andere bzw. neue Arbeitszeitmodelle. Optionen, wie beispielsweise Homeoffice – in einzelnen Bereichen – sollten hier angedacht bzw. ausgebaut werden. Mit der entsprechenden Technik könnte man verschiedene Datenauswertungen auch zu Hause machen“, führt Fellner konkrete Verbesserungsvorschläge an.


Akademisches Niveau. Das auf Überstundenleistungen basierende Einkommen nimmt bei der jüngeren Generation laut Fellner zwar nicht mehr den gleichen Stellenwert ein wie früher, aber wenn jemand privat in eine Ausbildung investiert, sollte sich diese für ihn schon rechnen. „Wer ein entsprechendes Studium an einer Universität oder Fachhochschule absolviert, hat dadurch neue Möglichkeiten – auch innerhalb der Polizei – und zahlreiche Optionen auf einen höher bewerteten Job. Junge Mitarbeiter, die studiert haben, verändern sich ob der fehlenden Möglichkeiten im Kriminaldienst, und mit ihnen verlieren wir kriminalpolizeiliches Fachwissen“, merkt Fellner an.

Er empfiehlt, den Kriminaldienst in Richtung akademisches Niveau zu heben: „Man könnte die E2a-Ausbildung entsprechend anpassen und mit einem akademischen Abschluss verbinden. Mit einem Studium kommt man in ein anderes Gehaltsschema, damit erhält der anspruchsvolle Kriminaldienst auch eine neue Wertigkeit.“ Motivierten jungen Beamten müsse man in Zukunft etwas bieten, damit sie bleiben.











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