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Gewalt gegen Frauen

Schusswaffen raus aus den Haushalten?



Angesichts der zunehmenden Zahl an Frauentötungen fordert der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) eine Verschärfung des Waffenrechts. Das neue Jahr habe begonnen, wie das alte aufgehört habe, sagt Mag. Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des AÖF. Bereits am ers­ten Wochenende 2022 in Weißenkirchen im Attergau, Bezirk Vöcklabruck (OÖ), wurde in einem Einfamilienhaus eine fünffache Mutter von ihrem Ehemann mit einer Faustfeuerwaffe erschossen. Der Mann war polizeilich nicht auffällig. Die Schusswaffe (und weitere) hatte er legal besessen.

„Schusswaffen haben im Haushalt nichts verloren“, betont Maria Rösslhumer. „Niemand braucht in Österreich eine Waffe zu Hause. Wir wissen, dass Schusswaffenbesitz bei gewaltbetroffenen Frauen und Kindern noch mehr Angst und Panik auslöst, als es sowieso schon tut. Wir fordern, dass Personen, die privat Schusswaffen besitzen – auch Jagdwaffen – diese außerhalb des Haushaltes versperrt aufbewahren müssen und einmal jährlich psychologische Gutachten mit einer Gefährlichkeitseinschätzung bezüglich ihrer Gewaltbereitschaft ablegen müssen – nicht nur am Anfang, wenn der Waffenschein erworben wird“, verlangt Rösslhumer. „Außerdem fordern wir eine verpflichtende Vorschrift für eine getrennte Lagerung von Waffen und Munition.“

Psychologisches Dauergutachten. Eine mögliche Gewaltbereitschaft des Waffenbesitzers müsse eine zentrale Rolle im psychologischen Gutachten einnehmen. Dringende Fragen, die gestellt werden müssten, seien: Wurde der Betroffene schon einmal gegen seine (Ex-)Partnerin und Familie gewalttätig? Hat seine (Ex-)Partnerin schon einmal Hilfe bei einer Opferschutzeinrichtung gesucht? Gab es Auffälligkeiten und polizeiliche Gefährdungsmeldungen? Gab es ein Betretungsverbot? Hat die Schule der Kinder Informationen über vorhergehende Gewalttaten oder Auffälligkeiten? Waren die Kinder wegen einer Gefährdungsmeldung in Betreuung beim Amt für Kinder- und Jugendhilfe? „Wenn ein Verdacht auf Gewalttätigkeit festgestellt wurde, muss dieser Person die Waffe entzogen sowie der Waffenschein aberkannt werden“, fordert Rösslhumer.

Langjährige Forderungen von Frauen- und Gewaltschutzorganisationen seien immer noch nicht umgesetzt. „Wir benötigen nach wie vor dringend eine Risikoeinschätzung bzw. Gefährlichkeitsprognose für Täter seitens der Behörden“, fordert Rösslhumer, „weiters die Umsetzung der Fallkonferenzen bei gefährlichen Tätern, die auch von Opferschutzorganisationen, und nicht allein von der Polizei einberufen werden können, Information und regelmäßigen Austausch der Behörden mit Opferschutzeinrichtungen, wie Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen, sowie die Sensibilisierung durch verpflichtende Schulungen zu häuslicher Gewalt und Partnergewalt für Justiz und Polizei.“






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