Das Bundeskriminalamt warnt speziell ältere Menschen.


 

       

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Corona-Krise

Das Corona-Virus & seine bunten Blüten.

Kurz nach Ausbruch der CoronaKrise schrieben „Enkel- und Neffentrickbetrüger“ ihre Drehbücher um: Sie rufen nach wie vor vorwiegend ältere Menschen an und geben sich jetzt als Verwandte aus, die behaupten, am Coronavirus erkrankt zu sein und Geld für eine Behandlung zu benötigen. Andere geben sich als Polizisten aus, als Ärzte, Labormitarbeiter oder Gesundheitsbedienstete, die durch Mundhöhlenabstriche eine Infizierung mit dem Coronavirus überprüfen wollen. In Wirklichkeit geht es den Tätern um das Geld der Betroffenen.
Auch vermeintliche Naturheiler sollen verstärkt unterwegs sein. Sie geben vor, mit selbst hergestellten Präparaten eine Infizierung verhindern oder heilen zu können. Andere wiederum behaupten, für Opfer des Coronavirus Spenden zu sammeln.
Das Bundeskriminalamt warnt speziell ältere Menschen und rät, auf solche Kontaktversuche nicht einzugehen, sie sofort abzubrechen und der Polizei zu melden. Sie sollten anderen ein gesundes Misstrauen entgegenbringen und keinesfalls Forderungen erfüllen oder ihre Daten weitergeben.

Aggression. Räumliche Enge, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, Mangel an Intimität durch die Corona-Krise können zu Aggression und Gewalt führen. Frauenministerin Dr. Susanne Raab und Justizministerin Dr. Alma Zadic warnen vor häuslicher Gewalt im Zusammenhang mit der Quarantäne und Ausgehbeschränkungen auf Grund der Corona-Krise.
Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen hat ein Informationsblatt herausgegeben. Es zeigt, wie man mit Quarantäne und häuslicher Isolation umgehen kann. Auch zum Thema „Maßnahmen gegen Gewalt“ gibt es ein Kapitel. Das Informationsblatt wird in Kürze in Fremdsprachen verfügbar sein. Es ist abrufbar unter: https://www.boep.or.at

Dummheit. In Wien kam es vor, dass Streitende einander bespuckten und behaupteten, mit dem Coronavirus infiziert zu sein. Eine 40-Jährige etwa bespuckte in einem Streit am Bahnhof Wien-Meidling einen 17- und einen 18-Jährigen. Die Frau wurde festgenommen. Ebenfalls festgenommen wurde ein 48-Jähriger, der in der U6-Station Währing einen 26-Jährigen in einem Streit bespuckt hatte.

Einschränkungen hinter Gittern. Volksanwalt Werner Amon, MBA hat unmittelbar nach den ersten einschränkenden Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus in Gefängnissen eine begleitende Prüfung eingeleitet. Die Volksanwaltschaft achtet darauf, dass Menschenrechte in der Haft eingehalten werden.

„Ich habe auch den Menschenrechtsbeirat um die Einschätzung der von der Justiz getroffenen Maßnahmen aus menschenrechtlicher Sicht gebeten“, sagt Amon.



diekriminalisten.at, April 2020