Vor allem alltägliche Konsumgüter sind von Fälschungen betroffen.


 

       

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Produktpiraterie

Mehr Handel mit gefälschten Produkten.

Der Handel mit gefälschten Produkten ist weltweit ein wachsendes Problem: Weltweit werden gefälschte und unerlaubt hergestellte Waren im Wert von rund 460 Milliarden Euro gehandelt. In der Europäischen Union liegt der Anteil von Fälschungen am Import bei fast sieben Prozent. Das entspricht einem Wert von 121 Milliarden Euro, wie aus einer im März 2019 in Paris veröffentlichten Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum hervorgeht.

Die Daten des Berichts beziehen sich auf das Jahr 2016. Den Berechnungen nach ist der Anteil gefälschter Waren am Welthandel seit 2013 um 0,8 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent gestiegen. Die Zunahme fällt in einen Zeitraum, in dem der Welthandel rückläufig ist. Der Anstieg sei „mit einem erheblichen potenziellen Risiko für geistiges Eigentum in der wissensbasierten, offenen und globalisierten Wirtschaft verbunden“, schreiben die Autoren der OECD-Studie. Fälschungen seien vor allem für innovative Unternehmen ein Risiko, deren Geschäft hauptsächlich auf geistigem Eigentum beruht.

Schuhe, Kosmetika, Spielzeug

Vor allem alltägliche Konsumgüter sind von Fälschungen betroffen – etwa Schuhe, Kosmetikartikel oder Spielzeug. Auch unter Ersatzteilen, Batterien oder Luxusartikeln finden sich gefälschte Waren. Fälschungen stammen den Angaben zufolge praktisch aus allen Ländern der Welt. Allerdings seien China bzw. Hongkong immer noch am häu-figs-ten die Ursprungsländer. Am stärks-ten von Produktpiraterie betroffen seien Unternehmen, die vornehmlich in OECD-Ländern angesiedelt seien, wie die USA, Frankreich, Italien, die Schweiz, Deutschland, Großbritannien, Japan oder Korea.

Der Handel mit gefälschten Produkten sei sehr dynamisch unterwegs. „Fälscher suchen aggressiv nach neuen Gewinnmöglichkeiten“, heißt es in dem Bericht. Es sei zu beobachten, dass sich Kriminelle neuerdings etwa auch auf gefälschte Gitarren und Baumaterialien gestürzt haben. Werden Produkte wie Kontaktlinsen oder Pharmazeutika gefälscht, könne das negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Käufer haben.

Herausforderungen für den Zoll. Die Experten der OECD beobachten einen weiteren Trend: Der Anteil kleiner Sendungen scheine zuzunehmen. Wenn nur kleine Pakete verschickt werden, sei die Chance geringer, dass geschmuggelte Waren entdeckt werden. Dies stelle insbesondere den Zoll vor Herausforderungen.

Der Bericht zeigt auch auf, dass die Rate der Zollabfertigungen insgesamt niedrig ist. Das hänge auch damit zusammen, dass die Behörden andere Prioritäten haben. Dazu zählten die Bekämpfung des Waffenhandels oder die Eindämmung illegaler Geldtransfers.



diekriminalisten.at, Juni 2019