Strategische und operative Kriminalitäts-bekämpfung.


 

       

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Studiengang "Kriminalistik" startet 2020.

Im Herbst 2020 startet die Fachhochschule (FH) der Polizei des Landes Brandenburg einen Masterstudiengang „Kriminalistik“. Rainer Grieger, Präsident der Fachhochschule, legte kürzlich ein Konzept vor. Der Fachhochschul-Studiengang wurde bereits am 26. Februar 2019 in das neue deutsche „Polizeihochschulgesetz“ aufgenommen.

Das Angebot wendet sich an Polizeivollzugsbedienstete im gehobenen Dienst auf Bachelor-Niveau. Sie sind vergleichbar mit leitenden Beamten (E1) in Österreich. Der neue Masterstudiengang soll die Absolventinnen und Absolventen einerseits für den höheren Dienst qualifizieren, andererseits für herausgehobene Dienstposten des gehobenen Dienstes in der Kriminalpolizei. Wer sich für den Kriminalistik-Masterstudiengang bewirbt, muss nicht nur mindestens ein Bachelor-Studium absolviert haben, er oder sie braucht auch mehrjährige berufliche Praxiserfahrung. Somit kommen dafür nur Beamte infrage, die bereits in der Kriminalpolizei tätig sind.

Geöffnet soll der Studiengang nur für Polizistinnen und Polizisten anderer Bundesländer in Deutschland werden. Der private Sektor soll ausgeschlossen bleiben.

Der Studiengang wird wissenschaftlich und praxisorientiert ausgerichtet sein. Derzeit sind 13 Module vorgesehen. Inhaltliche Änderungen sind noch möglich. Die Dauer ist mit zwei bis zweieinhalb Jahren angesetzt. Vor Beginn des Studiums soll es nämlich noch ein „Propädeutikum“ geben, eine „Studieneingangsphase“ mit einer Einführung in die Kriminalwissenschaften, in besondere Methoden der Kriminalitätsbekämpfung und mit einer Praxisphase in einer Fachdienststelle. Letzteres kann bei einschlägiger Vorbeschäftigung entfallen.

Kriminalitätsbekämpfung

Im Studium selbst werden sich die Studierenden mit strategischer und operativer Kriminalitätsbekämpfung auseinandersetzen, mit Ermittlungsstrategien und -taktiken, mit internationaler Zusammenarbeit, verdeckten Ermittlungen, Kriminaltechnik und mit forensischen Wissenschaften; sie werden lernen, Gefährdungseinschätzungen zu erstellen und damit umzugehen, in einem Modul werden sie sich mit Cybercrime befassen, des Weiteren mit politisch motivierter Kriminalität, mit organisierter Kriminalität und mit Wirtschaftskriminalität; in einem eigenen Modul werden sie sich mit Delikten „am Menschen“ befassen sowie mit allen Formen der Schwerstkriminalität. Vor dem Verfassen der Masterarbeit werden wissenschaftliche Methoden gelehrt.

Der neue Studiengang soll laut den Entwicklern nicht in Konkurrenz stehen zum Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“, den die Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster anbietet. Die Absolventen des Masterstudiengangs „Kriminalistik“ sollen komplexe Ermittlungsverfahren und Sonderkommissionen leiten.



diekriminalisten.at, Juni 2019