Studium der Philosophie mit einem rechtswissenschaftlichen Fächerbündel.


 

       

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Mit Konrad Kogler geht ein Stück Kultur.

Kaum jemand wie Konrad Kogler hat der Polizei in den letzten Jahren derart einen Stempel aufgedrückt. Der ehemalige Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit wechselte kürzlich in die neue Landesgesundheitsagentur des Landes NÖ als Geschäftsführer. Mit ihm geht der österreichischen Polizei ein Stück Kultur verloren. „Eine positive Einstellung zum Beruf und zu Menschen allgemein“, war sein Credo an die Polizei. „Ich stehe für eine Qualitätspolizei“, sagte er.

MMag. (FH) Konrad Kogler war der erste Exekutivbeamte, der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit wurde, und er blieb bisher der Einzige. Seine Karriere bei der Polizei startete er 1984 als Sicherheitswachebeamter in Wien. Nach der Dienstprüfung versah er Dienst in Wien Währing. 1990/91 absolvierte er die E1-Ausbildung. Von 1992 bis 1996 war er als leitender Beamter in verschiedenen Positionen im Generalinspektorat der Wiener Sicherheitswache tätig. Am 1. Jänner 1997 wechselte er in das Innenministerium, das damalige Gendarmeriezentralkommando. Mit 1. März 2000 wurde er stellvertretender Bezirksgendarmeriekommandant in Neusiedl/See (Burgenland). Im Februar 2002 wurde er dort Kommandant. Am 1. März 2003 wurde Kogler stellvertretender Landesgendarmeriekommandant im Burgenland. Er arbeitete an der Wachkörperzusammenlegung im „Team 04“ mit und wurde nach der Reform ab 1. Juli 2005 stellvertretender Landespolizeikommandant im Burgenland. Dazwischen absolvierte Kogler an der Universität Wien 2001 ein Studium der Philosophie mit einem rechtswissenschaftlichen Fächerbündel und schloss 2007 ein betriebswirtschaftliches Fachhochschulstudium ab.

Mit 1. Juli 2008 ging Kogler zurück in das Innenministerium, als Leiter der Gruppe II/A („Organisation, Dienstbetrieb und Einsatz“). Mit 1. Jänner 2013 wurde er Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit. Noch einige Monate vor dem Wechsel des Innenministeriums zur FPÖ wechselte Konrad Kogler auf die Stelle des Landespolizeidirektors von Niederösterreich.

Was bleibt? Konrad Kogler hatte sich als Leiter der Behördenreform (September 2012) einen Namen als „Reformkraft“ gemacht. Der Slogan „von 31 Behörden auf 9 Landespolizeidirektionen“ ist mit seinem Namen verknüpft. Das zweite Projekt, für das der Name Kogler steht, ist das Projekt „Polizei.Macht.Menschen.Rechte“.

Kogler hatte es 2008 von Franz Lang, dem Direktor des Bundeskriminalamts, übernommen und bis Ende 2011 geleitet. Als Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit verhalf er der Polizei zu einem modernen Image: noch unter seiner Ägide wurden etliche Beschaffungsvorgänge für eine moderne Ausrüstung eingeleitet. 2015/16 führte Konrad Kogler die Polizei mit der für ihn typischen Besonnenheit und Rationalität durch die Flüchtlingskrise. Dem Innenministerium war Koglers Abgang keine Zeile wert.



diekriminalisten.at, April 2019