Täglich erreichen uns Meldungen von Eigentumsdelikten, die offensichtlich in den Zählungen der Kriminalstatistik aber nicht berücksichtigt werden


 

       

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Schön oder geschönt?

"Wir haben andere Zahlen", sagt ein Vertreter der Verbrechensopfer-Initiative "ProNachbar". Er hegt die Vermutung, die offizielle Kriminalstatistik sei nicht richtig.

Schlagabtausch zwischen der Aktion "ProNachbar" und der Wiener Polizei wegen der Kriminalstatistik. "Das Innenministerium hat die Kriminalstatistik für das zweite
Quartal 2010 erst vor wenigen Tagen online gestellt – mit einem Monat Verzögerung", sagt Karl Brunnbauer, Gründer der Verbrechensopfer-Initiative "ProNachbar".
"Die offiziellen Zahlen der Polizei zeigen auf den ersten Blick eine deutliche Verbesserung – eine Entwicklung, die wir in Frage stellen", sagt Brunnbauer. "Täglich erreichen uns Meldungen von Eigentumsdelikten, die offensichtlich in den Zählungen der Kriminalstatistik aber nicht berücksichtigt werden."

Falsche Behauptung?

"Falsch", sagt der Wiener Polizeipräsident Dr. Gerhard Pürstl. Er beteuert in einer Aussendung: "Die so wichtige positive Entwicklung im Bereich der Kriminalitätsbelastung geht auf unzählige Schwerpunktaktionen, koordinierten Streifen- und Überwachungsdienst, verbesserte Prozesse im Kriminaldienst und die damit verbundene Aufklärungstätigkeit, sowie eine enge Vernetzung zwischen kriminal- und fremdenpolizeilicher Arbeit zurück."
Erst zu Sommerbeginn hatten Politiker aller Oppositionsparteien den Verdacht geäußert, das Innenministerium habe die Kriminalstatistik "geschönt". Das Innenministerium bestritt das.

kripo-online.at, 9. August 2010