Magazin

Ausbildung
Kriminalist Bester unter den Bachelors


Michael Hartl wurde Jahrgangsbester im Bachelor-Studiengang „Polizeiliche Führung“, der neuen Ausbildung zum leitenden Beamten (E1) der Polizei. Er wurde als Beamter des Landeskriminalamts (LKA) Steiermark und Mitglied der „AG Thermen“ Kriminalist des Jahres 2009.
Michael Hartl trat im Jahr 2000 in die Gendarmerie ein. Der Steirer wurde für Niederösterreich aufgenommen und versah nach der Dienstprüfung im Gendarmerieposten Perchtoldsdorf Dienst. Nach einem Jahr wurde er in den Kriminaldienst als Ermittler aufgenommen. Nach dem Dienstführendenkurs (2005) kam er wieder zurück in seine Dienststelle, erneut in den Kriminaldienst. 2007 kam Hartl in den E1-Studiengang und in das Landeskriminalamt Steiermark. In dieser Zeit arbeitete er in der bundesländerübergreifenden „AG Thermen“ mit.

Fünf Kriminalisten. Unter den zehn Absolventen der E1-Ausbildung, die im September 2010 ausgemustert wurden, befanden sich neben Hartl weitere vier Beamte, die aus dem Kriminaldienst stammen: Mag. Mario Breuss kam aus dem LKA Vorarlberg; er hat mittlerweile sein Jus-Studium abgeschlossen und wurde Leiter der kriminal- und sicherheitspolizeilichen Abteilung der Sicherheitsdirektion Vorarlberg; Christoph Kirchmair vom Stadtpolizeikommando Innsbruck, versah in der dortigen kriminalpolizeilichen Abteilung Dienst als Suchtgiftermittler; Hannes Fleischhacker versah Kriminaldienst in der Polizeiinspektion Perchtoldsdorf; Wilhelm Oliver war im Kriminaldienst des Bezirkspolizeikommandos Mödling tätig.
Die Beamten hatten zum Abschluss neben der Dienstprüfung zwei Bachelor-Arbeiten zu verfassen. Eine davon erarbeiteten sie so, dass sie jetzt zu einem Gesamtwerk zusammengeführt werden kann. Die zehn Beamten interviewten Häftlinge, die wegen Einbruchs in Häuser und Wohnungen verurteilt worden sind. Sie befragten sie nach kriminologischen und soziologischen Gesichtspunkten.


Kriminalität
Jedes fünfte Unternehmen ausspioniert


Wirtschaftsspionage betrifft jedes fünfte Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern. Das geht aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Krisenkompass im Auftrag des Europäischen Detektiv-Verbands (Eurodet) hervor. Verbandssprecher Karl Stephan Novak zufolge sind aber nahezu alle Firmen in irgendeiner Form von Wirtschaftsspionage betroffen. Offizielle Statistiken dazu gibt es nicht – die Dunkelziffer liege jedenfalls weit über den offiziellen Angaben der Firmen.
Häufig kommen laut der Untersuchung Verfehlungen vor, wie die Unterschlagung von Firmeneigentum, Diebstähle sowie Veruntreuung und Produktpiraterie. Meist „massiv unterschätzt“ würden zudem „wirtschaftskriminelle Handlungen“, wie Wirtschafts- und Industriespionage sowie Konkurrenzausspähung. Wenn ein Betrieb die Konkurrenz ausspähe, könne dies letztlich das Aus für das betroffene Unternehmen bedeuten. Unterschlagenes Firmeneigentum hingegen werde meist entdeckt, ehe das Vergehen den Fortbestand eines Unternehmens bedrohe.

Schwer zu beziffern. Während die Schäden bei „Industriespionage bzw. Konkurrenzausspähung“ absehbar seien, seien die Schäden der Wirtschaftsspionage nicht unmittelbar und somit nur schwer zu beziffern. Staatliche Nachrichtendienste spionieren Wirtschafts-, Wissenschafts- und Industriebereiche anderer Länder aus, um nationalökonomische Interessen zu verfolgen und vor allem vor einem Hintergrund bis zu 20 Jahren. Führende Industrienationen etwa verfolgen die Entwicklungen in ausländischen Firmen. Die Spionage ist darauf ausgerichtet, wirtschaftliche oder wissenschaftliche Defizite auszugleichen – der wirtschaftliche Schaden ist oft nicht unmittelbar erkennbar.
Die Industriespionage hingegen konzentriert sich meist auf zeitlich absehbare wirtschaftliche Vorteile. Konkurrenzunternehmen versuchen, Mitarbeiter abzuwerben und von ihrem Know-how zu profitieren. Diese Form der Spionage wird nur nach einem Strafantrag des geschädigten Unternehmens strafrechtlich verfolgt – es sei denn, die Ausspähung wird aus dem Ausland betrieben. In diesem Fall erfolgt die Strafverfolgung durch österreichische Behörden.
Ausspähungsziele sind Betriebsgeheimnisse wie Forschungsergebnisse, Entwicklungsstrategien, Produktinformationen und Produktionsverfahren, Ersatzteillisten, Designstudien und Qualitätsprüfungsergebnisse sowie Geschäftsgeheimnisse – darunter fallen betriebswirtschaftliche Strategien, Expansions- und Investitionspläne, Kooperationen, Fusionsvorhaben, Budgetpläne, Marketingstrategien, Kundendaten und Preiskalkulationen.
Am ehesten lassen sich Arbeitnehmer für Spionagezwecke anwerben, die beruflich unzufrieden sind. Weitere Motive können materielle Vorteile oder Geltungsbedürfnis sein. Die Anbahnung erfolgt oft über menschliche Schwächen oder persönliche Angriffspunkte wie Liebesbeziehungen, Alkohol, Glücksspiel, Abenteuerlust, ethnische Zugehörigkeit, politische Ideale, religiösen Fanatismus oder finanzielle Probleme.
Um sich als Unternehmen vor Wirtschaftsspionage zu schützen, sind Sicherheitsstandards nötig, wie etwa Objektschutz sowie Daten- und Dokumentenschutz und Bewusstseinsbildung innerhalb der Belegschaft. Verdachtsfälle sollten beobachtet und verfolgt werden. Illegale Know-how-Weitergabe sollte so früh wie möglich erkannt werden. Zu den Vorbeugungsmaßnahmen gehört es, die Referenzen und den Werdegang von Jobwerbern genau zu überprüfen, ehe sie in ein Unternehmen aufgenommen werden.


Korruption
Gesetzgeber setzte falsche Signale


Korruption steht keineswegs kurz vor der Eindämmung“, sagte Mag. Walter Geyer, Leiter der zentralen Korruptionsbekämpfungsstaatsanwaltschaft bei einer Podiumsdiskussion der OeKB-Gruppe (Oesterreichische Kontrollbank) und der UN Global Compact Netzwerk Österreich am 8. September 2010 in Wien. „Die Ursachen dafür liegen in der Gier der Menschen“, sagte Geyer, „sowie bei dem auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Wirtschaftssystem.“ Eine Eingrenzung der Korruption sei möglich. Geyer setzt auf Rechtsmittel, wobei er beim österreichischen Gesetzgeber Nachholbedarf sieht.
Dieser habe mit der Entschärfung des Bestechungsstrafrechts im Herbst 2009 „die falschen Signale gesetzt“, kritisierte Geyer. Positiv beurteilte er internationale Entwicklungen, unter anderem beim Unternehmensstrafrecht. „Von heute auf morgen wird das nicht viel ändern. Aber solche Entwicklungen tragen zur Bewusstseinsbildung in Bezug auf Korruption bei.“

Innerhalb des Sozialsystems. Helmut Willke, Rechtswissenschaftler und Professor für „Global Governance“ an der Zeppelin-Universität Friedrichshafen sagte, Korruption spiele sich immer auf zwei Ebenen ab – jener von Personen und jener von Organisationen. Der Blick auf letztere sei bisher in Anti-Korruptionsstrategien zu kurz gekommen. „Unternehmen und Organisationen bestehen zwar aus Personen, aber diese handeln immer innerhalb eines Sozialsystems von Strukturen, Prozessen und Regeln.“ Angesetzt müsse daher bei systemischen Faktoren werden, wie Anreizprozessen oder Erfolgsregeln. Nur so sei Korruption nachhaltig einzudämmen, betonte Helmut Willke.
Walter Sölle, Cluster Compliance Officer für CEE bei der Siemens AG, gab Einblicke in die Entwicklungsgeschichte des Siemens „Compliance Prozesses“, der nach dem Bekanntwerden der Korruptionsaffäre 2007 konzernweit aufgesetzt wurde.
Um Verhaltensmaßregeln und ihre Einhaltung in einem Unternehmen nachhaltig zu etablieren, mache Einzelkämpfertum keinen Sinn. Vielmehr sei es wichtig gewesen, alle Mitarbeiter, inklusive des Vorstands, an Bord zu holen. „Ausbildung und Training waren und sind die Schlüsselelemente. Ohne sie bringt ein Compliance-Programm gar nichts“, betonte Sölle.


Kolumbien
Elternkreis Wien hilft Strassenkindern


Sucre und Córdoba liegen an der atlantischen Küste von Kolumbien und zählen zu den am meisten von Gewalt betroffenen Regionen. In den Provinzen leben Tausende Waisenkinder. Viele haben auch ihr Zuhause verloren und sind ohne Aussicht auf Bildung.
Mit einem Stipendienprogramm für Patinnen und Paten sollen diese Kinder und Jugendlichen unterstützt werden. Damit können die Kosten für die Schule beglichen werden. Der Verein „Elternkreis Wien“ ist seit 2007 „Pate“ von Valentina Ospina Murillo. Sie wurde am 18. September 2010 zehn Jahre alt und lebt in Nordkolumbien.
Von 27. November bis 23. Dezember 2010 reist Kriminalist Josef Rohaczek (Veteranenwinkerl) nach Kolumbien zu Valentina auf Besuch. Die Reisekosten trägt er privat. Er wird auch Cali besuchen. Dort ist die Gründung eines „Elternkreises“ geplant. Um Hilfe leisten zu können, braucht der „Elternkreis Wien“ Unterstützung.
Spenden an: P.S.K. Kontonummer: 92 058 493, Bankleitzahl: 60000, „Elternkreis Wien“.