Friedrich kennt die Fälle persönlich


 



Dann habe ich etwas erreicht


 
 



Vieles habe ich von meinem Vater

 

 

       

Porträt

Ein Leben für die Kinder

Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich kämpft für Gerechtigkeit für Kinder. Er selbst bezeichnet sich als UFO – als Utopist, Finalist und Optimist.

Wenn ich am Ende meiner Karriere als Arzt einmal sagen kann: Ich habe ein Stück dazu beigetragen, dass unsere Welt das Kind samt seinen Problemen, samt seiner Experimentierfreude und allem, was dazu gehört, wieder mehr akzeptiert, nur dann habe ich etwas erreicht“, sagt Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich, Vorstand der Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters am AKH in Wien. „Mir ist aber bewusst, ich bin ein UFO – ein Utopist, ein Finalist und ein Optimist.“ Als Utopist nimmt er sich Dinge vor, die andere bleiben lassen, weil sie sie für aussichtslos halten. Als Finalist trachtet er stets danach, seine Utopien zu einem Ende zu bringen. Als Optimist trachtet er, dass er an ein Finale seiner Utopien glaubt.
Das Büro des „Herrn Professors“ wäre wohl um einige Quadratmeter unter der Würde eines jeden Oberst, Brigadiers oder gar Hof- oder Ministerialrats. Prof. Friedrich reichen die höchstens zwölf Quadratmeter. Denn Kinder fühlen sich hier wohl. Die bunten Puppen an der Wand, die vielen Bilder und Plüschfiguren – Prof. Friedrich hat sie nicht zum Spaß: Es sind Puppen und Stofftiere, die Kindern dabei helfen, ihr Herz bei ihm auszuschütten. Friedrich hat nie aufgehört, praktisch zu arbeiten. Der „Elfenbeinturm der Wissenschaft“ ist überall, nur nicht in den „Kliniken am Südgarten“, „seiner“ Universitätsklinik.
Pro Jahr werden hier 500 Kinder stationär aufgenommen, über 2.000 stehen zum ersten Mal vor dem Schalter der Ambulanz. Darunter oft Fälle, die aus den Medien bekannt sind – Kinder, die mit angesehen haben, wie der Vater ihre Mutter ermordete, Kinder, die selbst Opfer eines Mordanschlags geworden sind, Kinder, die in den Medien verteufelt werden, weil sie ein Kind geboren und im Kindbett umgebracht haben, und Kinder, die sexuell missbraucht oder schwerst misshandelt wurden. Nicht erst einmal musste er eines seiner Schützlinge höchstpersönlich vor Medien abschirmen.
Friedrich kennt die schwierigsten Fälle nicht aus der Literatur, er kennt sie persönlich und hat ihnen persönlich geholfen.
„Ich werde oft gefragt: Wie hält man das aus?“, sagt Prof. Friedrich. „Ich muss dann antworten: Man hält es nicht aus, man muss reagieren.“
Das Team um Prof. Friedrich stammt aus zehn verschiedenen Berufen – von Ärzten über Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeitern, Ergotherapeuten bis zu Sonderkindergärtnerinnen und Logopäden.

Selbst noch ein Kind

Kinder haben begonnen, sein Leben zu bestimmen, als er selbst noch eines war. Er sollte später Vater von vier Kindern werden, mit seiner Gattin, der Gerichtsmedizinerin Dr. Elisabeth Friedrich-Schöler.
„Ich hatte eine zufriedene und glückliche Kindheit“, erzählt Friedrich. Die Ferien verbrachte er mit seinen Großeltern regelmäßig an einem See – als eines von sechs Enkelkindern. Er war der Älteste. „Ich war Aufpasser, Mediator und Animateur in einer Person.“
Bei den Lehrern war er nicht immer beliebt. „Ich war ein freches Kind, damals hat man gesagt, schlimm.“ Und er war kein guter Schüler.„Ich sage das nicht mit der gewissen Koketterie nach dem Motto – aus mir ist auch etwas geworden“, betont Friedrich. „Sondern es war wichtig, weil ich habe in Bereiche hineingeschaut, die nicht ganz in Ordnung waren, nicht ganz so korrekt.“ Friedrich hält das für wichtig für jemanden, der Kinder verstehen möchte.
Friedrich träumte davon, Eisschnellläufer zu werden („Gelaufen bin ich dann höchstens zum Bahnhof, wenn ich spät dran war.“). Er sah vieles spaßiger als seine Lehrer, war manchmal zynisch und sarkastisch, und er war bekannt für seine „Redegabe“ – aus der Sicht seiner Lehrer hatte er ein „loses Mundwerk“.
Ein Jahr später, als es die Schullaufbahn vorsah, 1964, maturierte Friedrich. „Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass es Medizin wird“, erzählt er. Er stieg in die Fußstapfen seines Vaters, einem Arzt in seiner niederösterreichischen Heimatgemeinde im Weinviertel. „Vieles, was ich heute kann, habe ich nicht auf der Uni gelernt, sondern von meinem Vater. Er wird heute noch verehrt in unserer Gemeinde.“ Dass Friedrich senior weniger berühmt wurde als sein Sohn Max, liegt an seiner Zeit. Erst der Krieg, dann russische Kriegsgefangenschaft.

Kinderpsychiatrie

Erst ab der Mitte seines Medizinstudiums kristallisierte sich die Richtung Kinderpsychiatrie und -therapie heraus. Österreich war zu dieser Zeit noch nicht sehr weit auf diesem Gebiet. Es war die Zeit, als Univ.-Prof. Dr. Erwin Ringel groß wurde und Friedrichs späterer Vorgesetzter Univ.-Prof. Dr. Walter Spiel. Andere Länder, wie Schweden, waren weiter entwickelt.
Ringel unterstützte Friedrich auf dem Weg in die Individualpsychologie. Am 4. Februar 1971 promovierte Friedrich zum „Doktor der gesamten Heilkunde“. Damals trat er seinen Dienst an der damaligen Psychiatrisch-Neurologischen Universitätsklinik in Wien an – als unbezahlter Gastarzt. „Wir durften damals die Nachtdienste für die älteren Kollegen machen – wenigstens das haben wir bezahlt bekommen.“
Die Nachtdienste waren kein Honiglecken. „Wir hatten im Durchschnitt 17 Nachtdienste pro Monat.“ In 24 Stunden wurden ca. 15 Kranke neu aufgenommen. „Da lernt man Psychiatrie, und zwar pur“, sagt Friedrich. Das bedeutete unter anderem Raufereien mit Betrunkenen, die von der Polizei eingeliefert worden waren. Zu dieser Zeit wurde alles „eingeliefert“, was in Entferntem mit Kopf, Gehirn oder Geist zu tun hatte. Wer betrunken aufgegriffen worden war, landete in der Neuropsychiatrie genauso wie jemand, der einen Schlaganfall erlitten oder sich vergiftet hatte. Erst am Tag nach der Aufnahme wurden die Patienten auf die jeweils zuständigen Stationen „verteilt“. „Wenn jemand in der Psychiatrie bleiben hat müssen, hat ein Oberarzt nur ‘M’ gesagt“, berichtet Friedrich. Das „M“ stand für „Monte“, also den Berg, auf dem Steinhof war – das psychiatrische Krankenhaus. Es hatte damals 2.400 Betten, heute hat es 800. „Die Psychiatriereform in den siebziger Jahren hat das dann verändert.“
Bei einem der ersten Kongresse, zu denen Friedrich „durfte“, lernte er Univ.-Prof. Spiel kennen. Eine Woche, nachdem er wieder daheim war, erhielt er eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle in der damaligen Abteilung für Kinder- und Jugendneuropsychiatrie des AKHs. Friedrich wurde stationsführender Oberarzt und 1976 Erster Oberarzt der Klinik – und damit Stellvertreter Spiels. In den Jahren davor bezog die Universitätsklinik die „Kliniken am Südgarten“ im neuen AKH, den heutigen Standort. „Für damalige Verhältnisse war das ein Eldorado – heute platzen wir aus allen Nähten.“

International

„Der nächste große Schritt war 1975, der Kongress der Europäischen Union der Kinderpsychiater in Wien“, erinnert sich Friedrich. Er durfte ihn mitorganisieren. Es war sein erster Gehversuch auf internationalem Boden. Später wurde Friedrich unter anderem Vizepräsident der „European Society of Child and Adolescent Psychiatry“, Mitglied des „Colloquiums Europaeicums Paedopsychiatricums“ und einmal Vorstandsmitglied der „World Psychiatric Association“.
Im Jahr 1977 schloss Friedrich seine Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie ab. 1980 erhielt er den Zusatz-Facharzttitel für Kinderneuropsychiatrie. Dazu musste er sechs Jahre als Facharzt gearbeitet haben plus zwei Jahre in der Kinderneuropsychiatrie und ein Jahr in der Kinderheilkunde.
Mit seinem Eintritt in die Klinik von Prof. Spiel begann für Friedrich die wissenschaftliche Arbeit. „Walter Spiel hat 1975 begonnen, die Klinik zu einer eigenständigen Institution aufzubauen“, berichtet Friedrich. „Spiel war damals 55 – ein Alter, in dem sich viele andere schon zurücklehnen. Er war ein begnadeter Lehrer für uns, ein begnadeter Redner und ein väterlicher Freund.“
Mit dem „Uns“ meint Friedrich Ernst Berger – heute Univ.-Prof. und Vorstand der Neuropsychiatrischen Abteilung für Kinder und Jugendliche am Neurologischen Zentrum Rosenhügel. „Wir haben uns ein berufliches Leben lang begleitet, wie Spiel und Ringel“, erläutert Friedrich. „Wie kongeniale Partner. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, uns verbindet eine tiefe Freundschaft.“ Berger, der Neurologe, der eher mit kleinen Kindern arbeitet – Friedrich, der Psychiater, der sich hauptsächlich mit Jugendlichen und Schulproblemen auseinander setzt.
Spiel forderte seine jungen Mitarbeiter: Jeder musste mindestens eine Psychotherapeutenausbildung ablegen; die meisten absolvierten zwei; Friedrich belegte die „Individualpsychologische Lehranalyse“, eine Gruppentherapieausbildung und eine Hypnoseausbildung. Jeder der jungen Fachärzte musste dem Chef innerhalb einer Frist zwei wissenschaftliche Arbeiten auf den Tisch legen.
Als Friedrich im Sommer 1982 seine Habilitationsschrift über jugendliche Psychosen vorlegte, hatte er bereits vierzig wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, aus allen Teilbereichen der Kinderpsychiatrie, etwa der Forensik, Psychopathologie, Kinderneurologie oder Schizophrenie. Am 19. Jänner 1983 hielt Friedrich seinen „Probevortrag“ auf der Universität, am 28. Februar 1983 bekam er das Dekret für seine „Venia legendi“ und 1989 wurde ihm der Titel des außerordentlichen Universitätsprofessors zuerkannt.
Spiel und seine Mitarbeiter kämpften fortan dafür, die Kinder- und Jugendpsychiatrie als Hauptfach an der Medizinuniversität zu etablieren. Es ist bis heute ein Zusatzfach geblieben. „Jetzt sieht es so aus, als würde es Anfang 2007 gelingen.“

Vorsingen

„Ich habe mehrmals auf meinem Lebensweg – wie wir im Fachjargon sagen – vorgesungen“, schildert Prof. Friedrich. Als 1983 die Universitätsklinik in München frei wurde, bewarb sich Friedrich. Er wurde Drittgereihter.
An der Universität Bern überschätzte er den Humor der Schweizer und kam nicht zum Zug. Wenige Jahre später wurde ihm eine Bewerbung an der Universitätsklinik in Zürich angeboten. Diesmal war es Friedrich, der ablehnte. „Zürich hatte keine Betten und vier Außenstellen, also schwierig handzuhaben.“
Ende der achtziger Jahre hatte sich Friedrich bereits einen Namen gemacht. Er war unter anderem Gründungsbeauftragter der Österreichischen Gesellschaft für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters; Generalsekretär der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychiatrie und Psychologie des Kindes- und Jugendalters und verwandte Berufe; Mitglied der Psychosozialen Kommission der Stadt Wien; Fachbeiratsmitglied des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesen; Konsulent im Justiz- und Familienministerium zu den Themen sexuelle Kindesmisshandlung und Kinderpornografie.
Im Jahr 1989 bewarb sich Friedrich für den Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universitätsklinik in Hamburg. Sechs Wochen nach dem Hearing wurde er verständigt, dass ihn die Kommission an erste Stelle gereiht hatte. Friedrich fuhr im Jänner 1990 nach Hamburg. „Ich habe mir innerhalb von zwei Wochen jedes Kellerloch angesehen, habe mich mit jedem einzelnen Mitarbeiter unterhalten, habe bei allen Klinikvorständen vorgesprochen, bei Politikern der Stadt, habe mit jeder einzelnen Gruppe gearbeitet.“ Friedrich kam zum Schluss, er würde nicht das erhalten, was er bräuchte, um das Haus zu führen, wie er es wollte. „Die Klinik war damals vier Jahre lang unbesetzt. Da hätte man zu viel investieren müssen.“ Friedrich listete in einem Gutachten seine Gründe auf, warum er die Stelle nicht annahm. „Hamburg war zu dieser Zeit eine Stadt, die Geld in die Wirtschaft pumpte, nicht aber in die Medizin.“
„Ich konnte keine Drittmittel einbringen“, berichtet Friedrich. „Das hat meine Chancen als Österreicher herabgesetzt.“ Und Friedrich hatte den Makel, schon einmal den Deutschen einen Korb gegeben zu haben.
1991 ging Prof. Walter Spiel in Pension. Seine Stelle sollte die nächsten viereinhalb Jahre unbesetzt bleiben. Friedrich leitete die Klinik einstweilig. „Das ist eine undankbare Angelegenheit. Man hat die ganze Verantwortung, alle beneiden einen um den Job, aber viele reiben sich die Hände und sagen sich, wer weiß, was in zwei Jahren ist. Dann ist er wieder einer von uns. Bei den Professoren gehört man auch noch nicht dazu. Also, man sitzt zwischen zwei Sesseln.“

Kein Kronprinz

Sieben Ärztinnen und Ärzte bewarben sich um den Lehrstuhl, vier wurden zum Hearing eingeladen. Im Wissenschaftsministerium landete ein Zweiervorschlag: 1. Prof. Fritz Poustka, 2. Prof. Max Friedrich. Diesmal war zwar er der „Ortsansässige“, aber als klinikeigener Mitarbeiter hatte er in Wien die geringeren Chancen. Man wollte keinen „Kronprinzen“.
Der Erstgereihte Poustka hatte den Lehrstuhl in Frankfurt inne. Er wollte sich auch für Wien bewerben. „Nach zähen Verhandlungen war ich es plötzlich“, sagt Friedrich. Am Morgen des 1. März 1995 betrat er die Universitätsklinik als Vorstand und ordentlicher Universitätsprofessor.

Willkommen, Herr Professor

Wann immer Jugendliche einen Gewaltakt setzen, wann immer ein Fall von sexuellem Kindesmissbrauch bekannt wird – im Studio wird Univ.-Prof. Max Friedrich begrüßt und gefragt: „Warum?“. Bei Willkommen Österreich, in der ZIB 1 und in der ZIB 2. Er lässt es über sich ergehen. Er hält dann „Vorlesungen für den kleinen Mann und die kleine Frau“. Er hält sie nicht wie ein Professor von der Kanzel, er hält sie wie der Hausarzt aller Österreicher.
Wann immer andere Themen bearbeiten, die mit Kindern oder Jugendlichen zusammenhängen, wird Prof. Friedrich als Schirmherr angesprochen – bei Finger weg! (Die Kriminalisten), Tunnel der Marter (Projekt 33), als Präsident der Roten Nasen, als Vorstandsmitglied des Wiener Kindertheaters, als Vizepräsident von Live Music Now und als Beiratsvorsitzender des Vereins Kisti (Kinderstimme – Kuratorium für Kinder). Er begegnet den Initiativen nicht unkritisch. Als die Möwe die „Sexpuppen-Kampagne“ starten wollte, war er der Erste, der dem Verein sein Vertrauen entzog. Noch bevor der Wirbel losging, legte er die Präsidentschaft beim Verein Möwe Science zurück.
Friedrich kämpft derzeit gegen die Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters von 14 auf 13, wie es BZÖ-Politiker fordern. „Ich habe damit ein großes Problem“, sagt Friedrich. „Ich fürchte um die Kindheit. Ich fürchte, dass man sie anknabbert und sagt: Die sind alt genug und gehören ins Gefängnis. In Wirklichkeit stecken sie mitten im Experimentieralter. Es spricht einfach alles Wissenschaftliche gegen die Herabsetzung.“
Wenn es um Kinder geht und um das, was er sich als Gerechtigkeit wünschen würde, wird der Professor emotional. Als er im Februar 1998 sein Buch „Tatort Kinderseele“ präsentierte, hielt er ein halbstündiges Plädoyer für Kinder in Österreich. Er forderte ein Wegweiserecht gegen Väter, die ihre Kinder sexuell misshandelt haben, Prozessbegleitung und Therapie auf Lebenszeit für die Opfer.
Die gesetzliche Regelung über die Prozessbegleitung trat im Sommer 2005 in Kraft. Die anderen beiden Punkte sind noch offen. Die Politik beginnt allmählich auf den Kinderpsychiater zu hören. Im Jahr 1998 war Friedrich Konsulent für das Justizministerium bei der Erarbeitung der neuen Strafprozessordnung. Friedrich kämpfte mit, als es um die Einführung der kontradiktorischen Befragung ging. Der Punkt konnte abgehakt werden.
Friedrich tritt immer wieder als Verfechter der schonenden Videobefragung von Kindern ein, wenn Kinder bei der Polizei zu sexuellen Missbrauchstaten befragt werden. Doch die Gerichte bestehen auf eine weitere Befragung durch die Untersuchungsrichter, wobei die Kinder noch einmal vor laufender Kamera Rede und Antwort stehen müssen.
Friedrich lässt Voreingenommenheit der Justiz oder der Polizei nicht gelten. „Was zählt ist der sachliche Grund für die Videobefragung schon bei der Polizei: Je zeitlich näher eine Aussage am Geschehen ist, desto zuverlässiger ist sie“, sagt er.